Die Unterstufe in Österreich versucht Schülern einmal ein gewisses Maß an Allgemeinbildung zu geben. Viel wird gelehrt über Weltkriege, Mathematische Formeln, etc. Teilweise ist die Wichtigkeit der Themen, die als „Allgemeinbildung“ gelten, zumindest in meinen Augen ziemlich hinterfragenswert. Viel mehr sollte meiner Meinung nach auf Dinge gesetzt werden, die man im Leben wirklich braucht. Lehrer können (ok sagen wir sollten) verständlicher Weise nur Dinge unterrichten, die auch sie verstehen. Nur so können auch die Schüler den Stoff verstehen. Nun ist es aber so, dass hier derzeit ein ziemlicher Spalt herrscht. Ich nenne ihn jetzt einfach einmal den „Internetspalt“. Die derzeit unterrichtende Generation ist großteils noch nicht mit dem Internet und daher auch ohne er Probleme/Risiken die das Internet mit sich bring, aufgewachsen. Social Networks und allgemein das Internet bestimmen aber mittlerweile einen erheblichen Anteil des Lebens der Schüler. Was also tun?
Ich weiß noch als in meiner Unterstufen-Schule eines Tages „Social-Network-Experten“ auftauchten. Behandelt wurden, dass alt bekannte Themen wie „Stell ja kein Bild auf Facebook wo du besoffen bist“ und „Kontrolliere immer deine Privatsphäre Einstellungen“. Vielleicht wurde auch noch das „Menschen sind nicht immer jene als die sie ich im Internet ausgeben“ Thema behandelt. Aber das alles sind doch nicht die wirklichen Problematiken der Social Networks. Ich meine ja, aber dazu braucht man keine Social-Network-Experten an der Schule. Viel wichtiger sind doch auch Themen wie „Wie verdient Facebook eigentlich sein Geld“ oder „Was passiert mit meinen Daten wenn ich sie auf Facebook veröffentliche“. Auch Dinge wie „Warum soll ich nicht ‚password’ als Facebook-Passwort nehmen“ werden natürlich nicht behandelt. Die wahren Gefahren des Internets bleiben unergründet. Verständlicher Weise können die Lehrer diese Wissenslücke auch nicht wirklich füllen. Auch hier fehlt es an den geeigneten Kursen.
Aber es bleibt ja nicht dabei. Es geht ja viel mehr ums „Internet verstehen“. Nicht der technische Teil. Das ist für die Nutzer im Prinzip nicht wirklich relevant. Aber Dinge wie „Warum sollte ich HTTPS bevorzugt verwenden“. Und wie sieht das ganze mit den illegalen Musik Downloads aus. Abgesehen davon, dass die Musikindustrie endlich mal überreisen sollte was gerade abgeht. Es ist eindeutig ein Problem in der Kommunikation.
Es sollte aber nicht nur bei der Aufklärung der Risiken bleiben. So schüchtert man die einen nur ein und den anderen geht’s sowieso am A**** vorbei. Man muss auch die Möglichkeiten des Internets aufzeigen. Dieses beschränkt sich nämlich nicht auf Facebook, Skype, 9Gag und Google. Es gibt so viel im Internet zu entdecken. So viele verschiedene Medien. Audio, Text, Video und dass in so vielen verschiedenen Variationen. Aber wer weiß da schon mehr drüber?
Es tut mir wirklich weh, wie die Social Network und allgemein Internetaufklärung in Österreich derzeit abläuft. Das muss doch alles nicht so sein. Das Internet soll ein Platz für jeden sein, der sich Mitteilen will oder einfach nur das Leben vereinfachen will. Warum macht man es so schwer? Warum schüchtert man die Schüler nur ein anstatt ihnen zu erklären wie es wirklich abläuft? Ich bin allgemein dafür, dass Internet in der Schule unterrichtet werden sollte. Dazu müssen aber erst einmal die Lehrer ausgebildet werden. Dazu müsste die Ebene darüber erkennen, dass derzeit in diesem Punkt etwas gewaltig schief läuft.
Bis dahin bleibt scheinbar nichts anderes, als immer wieder zu versuchen seinen Mitmenschen zu erklären, was das Internet eigentlich ist.
Sehr inspirierend finde ich das Projekt ‚Chaos macht Schule’ des Chaos Computer Clubs in Deutschland. Dazu hat es auch einmal eine CRE Podcast Episode gegeben in der Tim Pritlove Peter Hecko und Florian Grunow des CCC Mannheims interviewt. Hier wird erklärt was der CCC den Schülern vermittelt und was die Motivation dahinter ist.
Abschließend denke ich bleibt zu sagen, dass wir in ein Mittelgroßes Desaster stürzen werden, wenn man nicht anfängt aufzuwachen und das Internet als Teil der Allgemeinbildung zu sehen. Man muss kein Experte werden, bei Gott nicht. Aber man sollte ungefähr verstehen was das Internet ist. Welche Gefahren und Möglichkeiten es gibt, was kostenlos im Internet wirklich bedeutet.
Foto © by Tom & Katrien on Flickr
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Lukas Quittan [◘ 33] agrees
Newsgrape
Onatcer [◘ 1013]
student, amateur photographer, blogger
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