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  • Robert Harsieber [◘ 758]
  • 20/03/2012
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Legale Tötung von Neugeborenen

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Warum soll Abtreibung in manchen Situationen bis zur Geburt erlaubt sein, nach der Geburt aber nicht?

Faktum in Österreich ist: Die Tötung von Kindern im Mutterleib ist verboten, aber bis zum 3. Monat straffrei. Wie unsere schlauen Politikerinnen daraus ein „Recht auf Abtreibung“ ableiten, ist schleierhaft.

Es handle sich ja nur um einen Zellhaufen. Dass dieser Zellhaufen lange vor dem 3. Monat die Form und die Organe eines Menschen hat, da schauen wir am besten gar nicht hin. Denn dann müssten wir die Grenze definieren.

In ganz bestimmten Fällen geht es legal auch bis kurz vor der Geburt. Da ist es nur logisch, dass man auch Neugeborene kurz nach der Geburt töten darf. Gleiches Recht für alle!

Diese Ansicht vertritt der australische Philosoph Peter Singer schon lange, jetzt machen zwei andere „Wissenschaftler“ Werbung für den Kindesmord: Alberto Giubilini und Francesca Minerva sprechen im Fachmagazin „Journal of Medical Ethics“ Neugeborenen das Recht zu leben ab. Eltern soll es daher erlaubt sein, ihre Babys umbringen zu lassen. Die Begründung der Philosophen: Babys seien keine wirklichen, sondern nur „mögliche Personen“. Sie hätten keinen „moralischen Status als Person“.

 Man muss den beiden allerdings beinahe dankbar sein, dass sie die Debatte wieder aufwärmen und dass sie das Thema derart zuspitzen. Denn diese Zuspitzung erhellt so einiges.

Ein Baby umzubringen sei nichts anderes als eine Abtreibung im Mutterleib, behaupten die beiden – völlig zu Recht. Damit gilt auch der Umkehrschluss: Eine Abtreibung ist nichts anders als Kindstötung. Für diese Klarheit muss man ihnen noch dankbar sein.

Ein Kind zu haben, kann ja belastend sein, psychisch und ökonomisch. Und bevor sich die Gesellschaft aufrafft, den Betroffenen zu helfen, ist es doch einfacher, das Kind einfach umzubringen.

 Grenzen überschreiten

Bis wann man ein Neugeborenes umbringen darf, sagen die beiden nicht dazu. Die Frage, ab wann ein Zellhaufen zum Menschen wird, stellt ja vorsichtshalber auch niemand. Aber es sind viele Situationen vorstellbar, in denen ein Mensch für andere und für die Gesellschaft zur Belastung wird, psychisch und ökonomisch. Psychisch, wenn jemand sich nicht den Mainstream-Denkgewohnheiten unterordnet, ökonomisch, wenn jemand etwa arbeitslos wird.

Das hängt ja immer nur vom Blickwinkel ab und davon, wer so etwas beurteilt. Möge nie jemand auf die Idee kommen, dass die beiden Wissenschaftler anderen oder der Gesellschaft zur Belastung werden, psychisch oder sozial oder sogar ökonomisch. Möge ihnen nie jemand den moralischen Status als Person oder als Wissenschaftler absprechen – und sie damit zum Abschuss freigeben…

Quelle: Legaler Kindsmord: Forscher fordern Tötung von Neugeborenen, Focus online

Foto: s.media / pixelio.de

 

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Robert Harsieber
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Robert Harsieber [◘ 758]

Philosoph, Wissenschaftsjournalist, Verleger

Philosoph, Wissenschaftsjournalist, Nebenerwerbsverleger (RHVerlag), Mitarbeit an verschiedenen Projekten.
Philosophische Praxis: Oft geht es darum, Menschen dabei zu helfen, ihr eigenes Weltbild zu erkunden.
Interesse: Welt- und Menschenbilder, insbesondere die Frage eines zeitgemäßen Welt- und Menschenbildes.

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  • 24/03/2012
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Daniel Schumann

Daniel Schumann [◘ 624]

Creator ex Nyhilo

Ich bin JETZT lebenswerter Mensch, also war ich es vom winzigsten Beginn meiner Zeugung an. Denn wäre ich "damals" nicht lebenswerter Mensch gewesen, warum bin ich es dann überhaupt geworden. Das Lebenswerte des Menschen ist ihm von Anfang an gegeben. Selbst wenn ein Baby eine gewisse Zeitspanne lebensunwert sein sollte, allein die Tatsache, daß das Baby irgendwann lebenswert sein wird, verbietet jede Tötung. Jedes Baby ist also (erstmal) lebensunwert. Jeder, der das behautet, sollte sich vor Augen führen, was wäre, wenn die eigene Mutter nach obigen Maßstäben verfahren wäre... "Der Bauch gehört mir!" - Wohl wahr. Aber nicht das Kind darin...
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  • 25/03/2012
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Daniel Schumann

Daniel Schumann [◘ 624]

Creator ex Nyhilo

Ohne Raupen keine Schmetterlinge...
  • 26/03/2012
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Robert Harsieber

Robert Harsieber [◘ 758]

Philosoph, Wissenschaftsjournalist, Verleger

Wie wahr!!!
  • 27/03/2012
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Hasenpfote

Hasenpfote [◘ 382]

Tunichtgut

Das "Besitzrecht", was das Mädchen oder die Frau auf das Leben des ungebohrenen Kindes hat ist in etwa das, was wir alle auf das Leben der tausenden und abertausenden Rinder, Schweine, Hasen, Hühner etc haben, die wir täglich verspeisen - Es steht in keinem Gesetzbuch geschrieben, dennoch erheben wir Anspruch darauf.
...
  • 27/03/2012
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Daniel Schumann

Daniel Schumann [◘ 624]

Creator ex Nyhilo

Wir haben kein Besitzrecht auf Rinder, Schweine... Wir sanktionieren diesen Mord entweder durch religiöse Rituale, indem wir Gott teilhaben lassen am Mahl (Opfer) und uns selbst so (versuchen, zu) entschulden, oder wir halten uns einfach für die Schlaueren, indem wir den Tieren nur zwei Seelenstufen zuerkennen (Erbsünde). Abtreibung ist Mord. Daran ist nichts zu deuteln. Die Frage ist nur, inwieweit wir Menschen ein Recht begründen, diesen Mord "straffrei" zu vollziehen. Mord muß nicht unbedingt immer Strafe zur Folge haben (siehe Tyrannenmord). Bei der Abtreibung geht es jedoch nicht um einen Gewaltherrscher, dessen Taten ihm das Lebensrecht im Nachhinein absprechen, sondern um ein völlig unschuldiges Wesen - eine mit Verlaub völlig unschuldige Person! -, der vorab jede Möglichkeit genommen wird, sich als Weltenretter zu erweisen... Was allerdings gänzlich in der Abtreibungs-Diskussion untergeht - bezeichnenderweise seit jeher, denn die Abtreibungsbefürworterinnen sind ja stets sehr modern und unabhängig - ist die Verantwortung des (potentiellen) Vaters. Eine Abtreibung macht Mutter und Vater zu Mördern. Gleichermaßen. Wie gesagt: Es geht nicht um die Frage: Mord oder nicht? Es geht ausschließlich darum, wie wir diesen Mord entschulden. Plumpes Besitzrecht greift hier nicht, denn das wäre Sklaverei. Und die ist verboten...
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  • 28/03/2012
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Hasenpfote

Hasenpfote [◘ 382]

Tunichtgut

Aber wir töten Tiere doch nicht allein deshalb, weil wir die schlaueren und mächtigeren Lebwesen sind oder? Das liefe auf pure Machtdemonstration hinaus. Wir nutzen sie für uns, oder besser ihre Körper als Nahrung und ihre Arbeitskraft. Ich finde, das ist der wesentliche Unterschied zur Abtreibung, weil diese uns keinen direkten Nutzen bringt. Ich bin nicht der Meinung, dass man ein Besitzrecht auf irgendein Leben haben kann und meine Aussage bezog sich eher darauf, dass wir kein Recht darauf haben, ein unschuldiges Leben zu beenden, ganz egal ob es um Menschen oder Tiere geht. Es fällt mir leichter, einer Frau oder einem jungen Mädchen die Abtreibung zu "verzeihen", wenn sie selbst praktisch noch ein Kind oder einfach zu jung ist, kein Geld hat, alleinstehen ist und somit keine Hilfe vom Vater erwarten kann, und mit der Situation einfach komplett überfordert ist. Es ist und bleibt sehr zweifelhaft, ob man nicht besser andere Möglichkeiten in Anspruch nimmt. Aber jede Frau hat immer damit zu kämpfe, vielleicht ihr ganzes Leben lang, mit Schuldgefühlen und Zweifeln. Auf jeden Fall ist sie meiner Meinung nach genug gestraft. Und dann komme ich an einer McDonald's Filiale vorbei, in denen sich die Leute das billige Fleisch in großen Massen tag täglich einverleiben, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, woher es kommt, ohne nur eine Sekunde drüber naschzudenken, ob das überhaupt nötig ist. (Entschuldigung: "Es schmeckt halt gut!")
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  • 28/03/2012
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Daniel Schumann

Daniel Schumann [◘ 624]

Creator ex Nyhilo

Laut deutscher Gesetzeslage ist das Tier eine Sache... Wir sind uns völlig einig. Aus verschiedensten Gründen (hochintellektuell bis zutiefst banal) sehen wir uns gezwungen, Dinge zu tun, die wir in moralischer Sicht eigentlich ablehnen. Das war schon immer so. Ich habe jedoch das Gefühl, daß heutzutage eine Art Inflation der moralischen Marginalisierung stattfindet, indem man Handlungen nicht mehr an der Moral festmacht, sondern Moral je nach Bedarf ("Alternativlosigkeit") anhand der eigenen Handlungen relativiert. Wir benötigen dringend mehr Bewußtsein bzgl dessen, was wir mit unseren Handlungen eigentlich anrichten. Jeder einzelne von uns...
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  • 28/03/2012
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Hasenpfote

Hasenpfote [◘ 382]

Tunichtgut

Dem stimme ich voll und ganz zu!
  • 21/03/2012
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Hasenpfote

Hasenpfote [◘ 382]

Tunichtgut

Kinder entwickeln das Bewusstsein einer eigenen Persönlichkeit ja bekanntlich recht spät, meistens erst im Lernprozess des Sprechens, wobei sie zu Anfang noch von sich selbst in der 3. Person reden. Insofern stützt sich die Argumentation vermutlich auf die Annahme, dass Kleinkinder/Neugebohrene noch keine Präferenz zum Leben besitzen, also keinen bewussten (!) Selbsterhaltungstrieb besitzen. Insofern könnten sie sich nicht selbst für oder gegen ihr eigenes Leben entscheiden, das könnten dann stellvertretend die Eltern übernehmen. Einige Philosophen argumentieren dagegen mit der These, dass man im Falle einer Legitimierung des Tötens von Neugebohrenen unter gegebenen Umständen auch den Mord an einem schlafenden Menschen legitimieren muss, da dieser ja im Schlafzustand auch keine momentane Präferenz zum Leben besitzen würde. Das halte ich jedoch für Quatsch. Ich selbst bin klar für die Legitimation von Abtreibung (dazu auch ein kurzes Statement auf Newsgrape von mir..) aber zu diesem Thema konnte ich bisher keinen Standpunkt finden. Warum sollte man zwischen einem kleinen Haufen Zellen mit jeder Menge DNA/Information für einen "fertigen" Menschen und einem Neugebohrenen ohne Selbstbewusstsein differenzieren. Dahingehend müsste ich den im Text dargelegten Standpunkt vermutlich tolerieren...
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  • 22/03/2012
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Dominik Leitner

Dominik Leitner [◘ 246]

Medienmanagement-Student an der FH St. Pölten

"Warum sollte man zwischen einem kleinen Haufen Zellen mit jeder Menge DNA/Information für einen "fertigen" Menschen und einem Neugebohrenen ohne Selbstbewusstsein differenzieren." Vielleicht sollte man genau das eben gar nicht. Es ist alles Leben.
  • 22/03/2012
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Robert Harsieber

Robert Harsieber [◘ 758]

Philosoph, Wissenschaftsjournalist, Verleger

„Kinder reden anfangs von sich in der 3. Person“ – also nicht in der 3. Sache! Da stimmt also schon mal was nicht mit dieser Aussage. Dass sie „keinen bewussten (!) Selbsterhaltungstrieb“ haben, ist eine Unterstellung, die mit nichts zu belegen ist. Aus eben diesem Selbsterhaltungstrieb wird es ziemlich laut brüllen, wenn es merkt, dass es umgebracht werden soll. (Und das merken sogar Schweine und Rinder – auch die haben einen Selbsterhaltungstrieb). Wenn die beiden Philosophen philosophisch denken gelernt hätten, hätten sie gefragt, was denn mit „Person“ gemeint ist. Das Wort kommt von „per sonare“, durchtönen, und war die Bezeichnung für die Maske der griechischen Schauspieler. Person bedeutet also, dass das Wesentliche, das Lebendige, hinter der äußeren Erscheinung steht. Und was soll nicht wirkliche, sondern „mögliche Person“ wohl bedeuten? Zur Person wird das Ganze durch einen personalen Urknall – vorher nichts, dann Person? Völlig hirnrissig ist dann die Argumentation, dass man die umbringen darf, die eine psychische oder ökonomische Belastung darstellen würden. Klar dass da auch Behinderte, psychisch Kranke, Alzheimerpatienten usw. hineinfallen. Aber das passiert ja auch tatsächlich, z.B. in Holland. Abgesehen davon, dass jeder für jeden potenziell zur psychischen oder ökonomischen Belastung werden kann: Schwiegermütter, Arbeitgeber, Nachbarn, Lehrer, Ausländer, Politiker… Dann haben wir endlich wirkliche Gleichberechtigung: Jeder darf jeden umbringen.
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  • 22/03/2012
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Hasenpfote

Hasenpfote [◘ 382]

Tunichtgut

Heißt das, Tiere werden durch ihren natürlichen Selbsterhaltungstrieb zu Personen? Vermutlich nicht. Aber wir töten Tiere um sie zu essen, ganz egal wie sehr es der Umwelt schadet oder wie sehr die Tiere vor Schmerzen schreien. Es gibt Menschen, die unterscheiden bewusst nicht zwischen Tieren und Menschen und leben daher zum Beispiel vegan. Und obwohl ich selbst der Meinung bin, dass Menschen nicht dazu in der lage sind, allgemeinen Prinzipien zu folgen würde ich trotzdem sagen, dass man Abtreibung nur dann vollkommen verbieten und ablehnen kann, wenn man ALLES Leben gleich rücksichtsvoll behandelt und nicht nur das menschliche, weil es "Die Krone der Schöpfung" ist. Darüber hinaus ist es sicherlich vollkommen egal, ob sich ein Neugebohrenes selbst als Person sieht. Ich glaube nicht, aber natürlich kann man das nicht festmachen. Vielmher geht es ja darum, dass alle Eltern ihre Kinder, schon vor der Geburt, als Personen und vollwertige Menschen ansehen. Kinder bekommen Namen, noch bevor sie auf der Welt sind und werden damit ein Teil der Gesellschaft. Und allein das macht sie zu Personen. Hunde bekommen auch Namen und jeder trauert um ein verstorbenes Haustier (natürlich längst nicht so sehr wie um ein Kind, völlig klar!) Aber wo soll man dann differenzieren zwischen "personifizierten" Tieren, die einen Namen und eine Familie haben und Menschen. Für Steakliebhaber ist die eigene Katze ein Teil der Familie, das Rind aber ein Zuchttier, dass nur einen einzigen Zweck im System erfüllt, nämlich die Produktion von Grillfleisch. Trotzdem schreit er laut auf, wenn es heißt, dass Eltern das Recht haben, ihr Kind abzutreiben oder nach der Geburt zu töten. Ich würde mich niemals für ein solches Recht aussprechen, weil es den Mord an einem unschuldigen Menschen legitimiert. Darüber hinaus glaube ich, dass eine Mutter, die ihr Neugebohrenes in den Armen hält immer alles dafür tun würde, dass ihm nichts zustößt, ganz egal wie ihre Pläne noch vor der Geburt ausgesehen haben mögen. Das ist der natürliche Selbsterhaltungstrieb der Natur.
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  • 26/03/2012
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Robert Harsieber

Robert Harsieber [◘ 758]

Philosoph, Wissenschaftsjournalist, Verleger

Schon klar, Tiere werden deswegen nicht zu Personen. Auch funktioniert Gleichmacherei beim Faktor Leben nicht, denn Leben ist Vielfalt. Wie man „alles Leben schützen“ auf die Spitze treibt, sieht man in Indien. Dort gibt es Menschen, die mit Mundschutz durch die Gegend laufen, um nicht versehentlich eine Mücke zu töten, die mit einem Besen vor sich her kehren, damit ihre Schritte nicht Kleinlebewesen töten. Eigentlich darf man dann nicht mehr atmen, keineswegs Antibiotika nahmen, um nicht Bakterien zu töten usw. Um kein anderes Lebewesen zu töten, müsste man sich selber umbringen – aber auch das tötet ein Lebewesen. Aus diesem Kreislauf herauszutreten ist eine Illusion. Aber weil man nicht alle Wesen gleich rücksichtsvoll behandeln kann, gleich Abtreibung zu erlauben, das kann es ja wohl auch nicht sein. Natürlich ist klar, dass wir alle Tiere respektvoll behandeln müssen, trotzdem ist der Mensch nochmal was anderes. Und die Differenz lässt sich nicht eliminieren, wenn manche Leute Tiere besser behandeln als Menschen. Tiere werden nun mal von Tieren gefressen. Tiere würden wahrscheinlich keinen Unterschied machen, ob sie von Tieren oder Menschen gefressen werden – der Mensch kann einen Unterschied machen. Das ist zwar ein anderes Thema, aber die Fähigkeit zu differenzieren ist schon auch ein menschliches Merkmal – das den im Artikel angesprochenen „Philosophen“ (und leider auch den ebenfalls angesprochenen Politikerinnen) anscheinend abgeht.
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  • 26/03/2012
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Hasenpfote

Hasenpfote [◘ 382]

Tunichtgut

Es ist natürlich notwendig zu differenzieren, und ich sehe uns Menschen auch dazu in der Lage. Wobei mir nicht klar ist, wo die Grenze liegt, falls sie überhaupt feststellbar ist. Wir können nicht jedes Leben gleich respektvoll behandeln, weil das nicht mit unserem Alltag kompatibel ist - so viel ist klar. Das (teilweise übermäßige, übertriebene) Töten von anderen Lebewesen rechtfertigen wir mit Bequemlichkeit. In unserer Gesellschaft müssen sich Vegetarier und Veganer immer sofort für ihren "außergewöhnlichen" Standpunkt rechtfertigen und werden meist noch mittleidig belächelt. Dabei ist jedem klar, dass es eigentlich an den Fleischliebhabern liegt, sich zu rechtfertigen. Man tötet ein Schwein, was dem Menschen genetisch garnicht unähnlich ist, weil es schmeckt. Abtreibung passiert aus vollkommen anderen Gründen. Vielleicht sollte man auch hier differenzieren, wenn man schon Leben nicht mit Leben gleichsetzen kann. Für mich macht sowohl der Entwicklungsstand des Lebens, als auch die Gründe für eine Tötung einen Unterschied. Abtreibung ist bewusste Tötung von Leben, aber kein Mord. Beim "grundlosen" Schlagen mit der Fliegenklatsche auf Insekten und beim schlachten von Schweinen für den Grill spricht man auch nicht von Mord und Totschlag. Für uns ist es leicht, Abtreibung zu verbieten, weil es der Gesellschaft überhaupt keine Umstände macht, sich empört dagegen aufzulehnen. Der Verzicht auf Fleisch, wenn auch nur teilweis jedoch bereitet vielen Menschen großes Unbehagen. Desshalb ist es absolut legitim, ganz egal wie viel Fleisch jeden Tag im Müll landet, wieviele Bäume in Süd Amerika dafür brandgerodet wurden (Pflanzen sind auch Lebwesen, aber darauf auch noch einzugehen würde zu weit führen) und wieviele Menschen auf der anderen Seite der Erde Hunger leiden, weil die Getreidepreise so hoch sind. Ich finde, die Frage nach der Differenzierung zwischen Lebwesen und Lebewesen muss man in unserer Zeit realitätsbezogener betrachten. Es reicht nicht aus zu sagen "Wir können nicht jedes Leben respektieren und weil wir dazu gezwungen sind, Unterschiede zu machen, ziehen wir die Grenze zwischen Mensch und Tier" Fressen und Gefressen werden ist selbstverständlich die Grundlage unseres Natursystems. Dem Tier ist es egal, was es frisst, solange es überlebt und von wem es letzlich selbst gefressen wird. Aber die Natur ist ein sich selbst ausgleichender Kreislauf, aus dem sich der Mensch hervorhebt und in großem Maße abschlachtet, ohne darüber nachzudenken. Wenn wir uns schon absetzen (und ich finde schon, dass wir das tun sollten, wir waren mal Tiere aber momentan sind wir keine mehr) dann sollten wir differenzieren zwischen "notwendiger" Tötung zur Arterhaltung und Völlerei im Luxus und Übermaß. Abtreibung zählt dabei in meinen Augen zumindest in einigen Situation zu ersterem, natürlich nicht zu Arterhaltung aber wenn man auch das realistisch betrachtet ist klar, dass es viel zu viele Menschen gibt, die Argumentation dahingehend wäre jedoch auch für mich nicht mehr vertretbar.. Der im Text angesprochene Standpunkt geht mit der Differenzierung auch in meinen Augen zu weit.
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  • 27/03/2012
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Robert Harsieber

Robert Harsieber [◘ 758]

Philosoph, Wissenschaftsjournalist, Verleger

Zu differenzieren, wo es notwendig ist, und nicht zu differenzieren, wo keine Differenz ist, ist zugegebenermaßen schwer. Andererseits sind Grenzen da, um sie zu überschreiten, nicht um sie hinauszuschieben oder zu ignorieren. Was anderes ist Mord als bewusste Tötung von Leben? Hier zu differenzieren heißt die Tür zu öffnen auch für die Entsorgung von Alten – wie in Holland bereits üblich. Das hindert mich aber andererseits nicht, die zu verstehen, die sich für eine Abtreibung entscheiden. Wenn sie‘s nicht aus purem Utilitarismus tun, was die Philosophen aber befürworten. Und die Gesellschaft wäre dazu da, zu helfen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen nicht unbedingt in die Abtreibung treibt.
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  • 28/03/2012
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Gabor Guzmics

Gabor Guzmics [◘ 21]

Developer, Skeptiker, Zombieslayer

Dem bleibt nur entgegen zu bringen: die Argumentation wankt bei "Präferenz zum Leben" und "Selbsterhaltungstrieb. 1. Selbsterhaltungstrieb ist etwas biologisches. Föten weichen ausserdem bei der Abtreibung der Nadel aus. Soviel zu Selbsterhaltung. 2. Die Entscheidung zum Leben trifft kein Mensch selbst. Nur zur Wahrung des Zustandes. Bewusstsein oder nicht macht da keinen Unterschied. Die Zellen in der Plazenta sind nicht mehr Teil des Bauches, sie sind eingebettet darin. Die Frage ist also, ist es Mord? Da kann man mit nein argumentieren. Getötet wird dennoch etwas.
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  • 21/03/2012
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Lisa Maria Biber

Lisa Maria Biber [◘ 635]

Bildungswissenschaftlerin, angehende Medien- & Sexualpädagogin, Autorin & freie Redakteurin

Im Moment habe ich noch keine Worte dafür!Muss mich mal sammeln und nachdenken...
  • 21/03/2012
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machiste

machiste [◘ 728]

Blogger, Autor, Werbe- & PR-Texter, Schreibender aus Leidenschaft

Babys haben keinen moralischen Status als Person, soso. Da dreht sich mir fast der Magen um, bei dieser Aussage der Herren "Philosophen".
  • 21/03/2012
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Dominik Leitner

Dominik Leitner [◘ 246]

Medienmanagement-Student an der FH St. Pölten

Mir ist auch gerade bei diesen Aussagen schlecht geworden.
  • 20/03/2012
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Daniel Schumann

Daniel Schumann [◘ 624]

Creator ex Nyhilo

Die "Personalität" eines Menschen wird nicht durch kontingente Definiererei festgelegt, sie ist vielmehr apriori/axiomatisch gegeben. Der Mensch ist ein vernunftBEGABTES Wesen (animal rationale)! Dh: derjenige ist Mensch, der befähigt ist zur Vernunft. Mensch ist derjenige, der vernünftig sein KANN, nicht derjenige, der vernünftig IST. (Die Existenz eines Kindes - egal in welchem Stadium - handelt gerade zu Beginn ganz besonders "vernünftig") Wären nur diejenigen Menschen, welche vernünftig SIND, so gäbe es wohl überhaupt keine Menschen... Ich persönlich bin der Meinung, daß solch radikaler Utilitarismus nur aufgrund des Sensations-Effektes überhaupt seinen Weg in die Presse findet. Diese Gedankenspiele zur Euthanasie ("guter Tod", welch teuflischer Begriff!) grenzen an Volksverhetzung. Jene beiden "Wissenschaftler" scheinen mir an einem eklatanten, frühkindlich induzierten Persönlichkeits-Mangel zu leiden. Ich schlage hiermit Selbstmedikamentation vor... :)
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