Hetzjagd auf Gaddafi und um die Zukunft von Lybien
Lybien hat es in den vergangen Jahren nun wahrlich oft in die Medien geschafft. Teilweise ob der modischen Exzesse seines Despoten Muammar al-Gaddafi, teilweise wegen seines brutalen Vorgehens gegen Oppositionelle.
Vor sechs Monaten ging es dann los, der so-genannte Arabische Frühling. Und nach Ägypten dauerte es auch nicht lange, bis die aufgeheizte Stimmung im Nahen Osten auf Lybien übergriff.
Ägypten, und wie es den Machthabern dort erging, vor Augen, zögerte Gaddafi nicht lange, und ließ sein eigenes Militär gegen das lybische Volk aufmarschieren. Schnell brachten sich auch die Alliierten in Stellung, und begannen mit einer beispiellosen Serie von Luftschlägen.
Mehrere Monate bewegte sich wenig und im Westen machte sich bereits die Sorge breit, man wäre dabei, sich hier ein zweites Afghanistan zu schaffen. Doch bevor der politische Rückhalt ganz dahin war, gibt es jetzt wieder gute Nachrichten!
So sieht es jetzt danach aus, als hätte die vom Westen unterstützen Rebellen sich erfolgreich in und um Tripolis, Hauptstadt von Lybien und letzte Bastion von Gaddafi, in Stellung gebracht.
Heute Nachmittag twitterte dann "Guardian"-Reporter Martin Chulov, Gaddafis Regierungssprecher Moussa Ibrahim, und Libyens Premier al-Mahmudi bereits die Hauptstadt verlassen haben. Anderen Angaben zufolge, schmeißen überhaupt immer mehr Gefolgsleute Gaddafis ihr Handtuch, laut Berichten von al-Arabija zum Beispiel seine persönliche Leibgarde.
Ganze Welt hält Atem an
Im Moment macht es den Eindruck, als wartete die ganze Welt auf neue Meldungen über den Verbleib vom - jetzt ziemlich eindeutig - ehemaligen Diktator von Lybien. Einer Pressemitteilung vom Pentagon zufolge, geht die USA davon aus, er wäre jetzt in Tripolis in der Falle. #
Auf der anderen Seite gibt es Twitter Meldungen, die ihn schon tot und enthauptet, oder wenigstens ganz sicher in Gefangenheit wähnen.
Status Quo
Im Prinzip ist Gadaffis Verbleib auch nicht so wichtig. Auch wenn es natürlich wünschenswert wäre, wenn es zu einem fairen Prozess käme, und der Diktator für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden würde.
Auf der anderen Seite ist jetzt viel wichtiger, wie es mit dem lybischen Volk weitergeht. Das jetzt entstehende Machtvakuum muss schnell und effizient besetzt werden, um das Vertrauen des Volkes in die Demokratie (wieder) herzustellen, und den radikalen Kräften Einhalt zu gebieten.
References: Titelbild http://ais.badische-zeitung.de/piece/02/7c/bc/34/41729076.jpg


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Gabor Guzmics [◘ 21]
Developer, Skeptiker, Zombieslayer
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