Das Buch und Social Media
Einige Beispiele, wie Verlage Social Media bereits für Inhalt, Vermarktung und Feedback nutzen.
- Digital Web
- 08/11/2011
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- http://ngrap.es/pBGx
"Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns." - Das meinte zumindest einmal Franz Kafka. Bücher können eine besondere Magie in sich tragen, können den Menschen zum Träumen anregen. Bücher werden, auch wenn die eBooks immer größere Erfolge feiern, in ihrer Grundidee nicht verschwinden. Doch in der heutigen Zeit, in der Zeit mit Social Media, müssen auch Verlage beginnen, mit ihren Kunden, ihren Lesern in Kontakt zu bleiben. Wie manche Beispiele zeigen, haben schon so manche Verlage ihre Gehversuche gewagt: Manche haben den ganzen Inhalt mittels Web 2.0 erstellt, andere sind Best-Practise für die Vermarktung und wiederum andere nutzen die Feedbackkanäle. Aber mal zum Anfang.
WIR machen ein Buch
Die beiden Herausgeber Hans-Christian Voigt und Thomas Kreiml haben gemeinsam mit dem ÖGB Verlag ein Projekt gestartet, welches zumindest vielen anderen Sachbuchautoren als Vorbild dienen könnte: Soziale Bewegungen und Social Media befasst sich nicht nur mit den neuen Interaktionsmöglichkeiten im Internet, das Buch entstand auch mittels dieser Instrumente. Auf der Website wurden Teile des Buches veröffentlicht, Kommentare gesammelt, die unzähligen Autoren selbst erarbeiteten ihre Texte in einem eigens eingerichteten (nichtöffentlichen) Wiki. Was dabei herauskam, ist ein wunderbares (und vor allem umfangreiches) Werk, dass einerseits erklärt, wie man Web 2.0 für soziale Bewegungen einsetzt, und andererseits (sofern man die Entstehungsgeschichte kennt) zeigt, welche weiteren Möglichkeiten diese Infrastruktur bieten kann. Ich habe es übrigens für neuwal rezensiert und für sehr empfehlenswert empfunden.
Actio - Reactio
Einer der Verlage, von welchem ich persönlich Fan auf Facebook bin, ist der Diogenes-Verlag. Die posten nämlich nicht nur Werbung zu ihren Büchern, sondern teilen auch Videos von Lesungen ihrer Autoren, oder auch Zitate, die immer irgendwie mit dem Thema Buch zu tun haben. Und was besonders auffällt: Sie reagieren auf Fragen. Wie man hier sehen kann, hat eine junge Frau eine Frage zu einem Buch gepostet, welches sie am Dachboden gefunden hat. Eine halbe Stunde später war auch schon die Antwort der Social Media-Beauftragen des Diogenes-Verlag da. So gehört sich das. Denn diese neuen Möglichkeiten, mit den Lesern in Kontakt zu treten, für sie ansprechbar zu sein und dabei auch noch rasch und unbürokratisch Antworten zu bieten ... genau das macht Social Media aus. Und das müsste in Wahrheit in das Grundkonzept von Customer Relationship Management eingebunden sein.
"Wir erleben den größten Medienwandel seit der Erfindung des Buchdrucks." Leander Wattig
Virales Buchmarketing
In einem Blog über Buchpublishing bin ich über ein Beispiel gestolpert, wie Verlage die neuen Kanäle zum Bewerben ihrer Produkte wahrnehmen können. Die Verlagsgruppe Oetinger, offensichtlich auf Kinder- und Jugendliteratur spezialisiert.
"Für einen aktuellen Dressler-Titel hat die Verlagsgruppe eine Mädchen-Band gecastet, ein Musikvideo zum Roman produziert und dieses über Facebook, YouTube und Co. promoted – ein Weg, junge Leserinnen über die Neuen Medien für Bücher zu begeistern."
Das ist eine Möglichkeit. Diesen Aufwand betreiben, das muss man zugeben, aber nur die Wenigsten. Was miraber immer häufiger auffällt: Zu fast jedem großen Buch gibt es einen Trailer: Kurze Textzeilen, mit Bilder oder Videoschnipseln hinterlegt, die dann von YouTube aus in den verschiedensten sozialen Netzwerken geteilt, geliked oder gefaved werden. Und alleine das ist schon ein gute Idee, abseits von Literaturzeitschriften (und dem Hoffen auf Rezensionen in Massenmagazinen) ein Publikum zu erreichen.
Neverending story
Es ist schwierig, über ein Basiskonzept für das Buch 2.0 zu diskutieren. Zu verschieden sind die Zielgruppen, die Ansprüche oder auch das Budget des Verlages. Aber es ist schön, dass die Buchverlage nun erkennen, dass man Social Media nicht links liegen lassen sollte. Vor allem, weil der Kauf eines Buches (vor allem eines eBooks) nie einfacher war und man die Werke nun auf unzähligen portablen Endgeräten lesen kann, wo immer man will.
Was ich mir noch wünschen würde, wäre unter anderem das Ende der Buchpreisbindung für eBooks. Ich empfinde es als eine Frechheit, dass Bücher, die ich in digitaler Form erhalte, dem Verlag somit Papier-, Druck- und Vertriebskosten erspare) zum gleichen Preis kaufen muss. Zudem sehe ich eine Möglichkeit, mittels eBooks jungen Autoren die Chance zu geben, ins Autorenleben zu starten. Man bietet das Marketing, und muss erstmal keine große Auflage drucken ... erst wenn das digitale Buch ein Erfolg wird, muss sich der Verlag dann überlegen, ob eine gedruckte Version einen Sinn macht. Aber zu abweisend dürfen Verlage jungen Autoren nicht mehr entgegentreten: Denn nie war es einfacher, ein Buch (ohne Verlag) zu veröffentlichen. Aber wie sich das Medium Buch in Wahrheit entwickeln wird, kann zum heutigen Zeitpunkt wohl noch keiner sagen.
References
- http://www.sozialebewegungen.org/
- http://neuwal.com/index.php/2011/10/15/sbsm-ein-handbuch-furs-politische-social-life/
- https://www.facebook.com/diogenesverlag
- http://upload-magazin.de/blog/4785-buch-2-0-die-zukunft-des-buches-in-der-digitalen-welt/
- http://publishing-business.blogspot.com/
- http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,674757,00.html


Comments
Machiste
10/11/2011 · report · direct link · reply
Yep, sehr guter Artikel! Hochinteressant!
Florian Schwalsberger Photographer
09/11/2011 · report · direct link · reply
ausgezeichneter artikel. hat mich auf neue ideen gebracht.