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Der 12. Mann gehört ausgewechselt!

Die Österreichische Nationalmannschaft hat ihr Ticket nach Südafrika in den Kabinen des Stade de France in Paris gelassen. Nach einer 3:1 Niederlage gegen den Vizeweltmeister stehen in Gruppe 7 endgültig die qualifizierten Teams fest. Österreich ist, wie allgemein erwartet, nicht einer von ihnen.

Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich.

Da sich in Österreich sowieso eine Mehrheit nicht mit seiner Nationalmannschaft solidarisiert, oder in irgendeiner Art eine unterstützende Stellung einnimmt, jucken uns derartige Leistungen "eh net". Doch was wären wir ohne Niederlagen, über die man sich im nachhinein so schön aufregen kann, und die Schuld dauernd wem anderen in die Schuhe schieben darf?
All die Wohnzimmer-Trainer, Fußballphilosophen, Hobby-Teamchefs und Wochenend-Kicker wären doch völlig aufgeschmissen, wenn Österreich seine Länderspiele immer gewinnen würde. Wir brauchen dieses gewisse "sich über etwas aufregen" zum Überleben. Es wäre doch irrsinnig langweilig, wenn wir dauernd etwas zu feiern hätten, wir nörgeln doch viel lieber. Oder lieg ich mit meinen Behauptungen komplett falsch?

Nehmen wir nunmal das aktuellste aller Beispiele her: Die Österreichische National-Elf, bestehend aus blutjungen Spielern, sodass man sie in die U20-Kategorie stecken könnte, verliert gegen Frankreich a.k.a. Vizeweltmeister und auch sonst nicht so schlecht in Fußball. Und die Masse fängt an, über eine "Blamage" zu reden. Wie absurd ist das? Teamchef Didi Constantini muss kurzfristig Adjustierungen in der Start-Elf machen, Stammpositionen von Spielern durch andere ersetzen. Und die Leute reden von "zu vielen Experimenten".

Meine persönliche Betrachtung der Situation erlaubt es mir zu behaupten, dass sich das Nationalteam im Laufe des Jahres stark verbessert hat. Es ist gefährlicher, effizienter, schneller und vor allem ernstzunehmender geworden. Sowohl für Gegner, als auch für alle Menschen, die sich in irgendeiner Form für den österreichischen Fußballsport interessieren.

Und da versteh ich folgende Logik einfach nicht: Ernsthaft zu erwarten, dass die eigene Nationalmannschaft durch Anti-Support, Buhrufe und Verarschungen besser wird. Denn die Spieler des Nationalteams sind sich sicherlich bewusst, dass die Nation die sie international repräsentieren, nicht einmal ansatzweise hinter ihnen steht. Unter der Bedingung spielt keiner gern, also bringt man schwächere Leistungen, die dann dazu führen, dass immer weniger Landsleute bereit sind, sich für einen die Kehle heiser zu schreien. Der 12. Mann muss unbedingt wieder auf den Platz!

Wir hatten gestern, wie so oft, einfach nur Pech mit einem lausigen Unparteiischen, der die Teammoral auf die größe einer Erbse halbiert hat. Außerdem herrschte durch die vielen Neubesetzungen absolutes Chaos in der Abwehr. Einige Spieler haben grandios gespielt (trotz 10-minütigen Einsatzes z.B. Alaba) und andere wiederum schlecht (Maierhofer, mit der Abwehrposition überfordert).

Wie dem auch sei - wenn eine Mannschaft verliert, kriegt immer der Teamchef das meiste Fett ab. So auch Didi Constantini. Ich hoffe er muss nicht gleich gehen, sondern kann seinen Beitrag zur tendenziellen Steigerung der Mannschaft weiterhin leisten.

McLovin

last time modified: July 14, 2011, 5:30 a.m.

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