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Der Gurkenterror erreicht Österreich

Die Gemüsemärkte in ganz Europa reagierten wie die Mägen der Betroffenen sehr nervös auf die Ausbreitung des Darmkeims EHEC.

"Auweh, nicht gut. EHEC." Wer dieser Tage eine Sms mit diesem Inhalt von seinem Arzt bekommt, der ist ein Trendsetter. Zumindest in Österreich. In Deutschland wäre er schon Mitläufer, also eigentlich Ausläufer, egal, grausig.  Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass "EHEC" auch ein Kürzel für "Euer Hausarzt Erich Christl" sein könnte und das "Auweh, nicht gut." eventuell auf die Einladung zur Frühlingsgrillerei bezogen sein könnte, bei der er leider nicht teilnehmen wird können. Ja, der gute alte Konjunktiv. Er ist bei jeder drohenden Epidemie ein wichtiger Verbündeter der medialen Berichterstattung. Es könnte sein, dass wenn das ist und dann, wenn das auch noch ist, dass dann das das ist. Achso.  

Sind Ameisen noch gefährlicher als EHEC?

Die Zahl der Todesopfer der spanischen Gurken liegt mittlerweile bei zehn, über 1.000 Menschen infizierten sich mit dem Keim. Das ist zwar für die Betroffenen beschissen, die Berichterstattung erinnert allerdings zu sehr an die Vogelgrippe, BSE, Schweinefieber etc. ,um das Ende der Menschheit glaubwürdig zu verkaufen. Immer billiger produzieren, überzüchten und alles immer und überall anbieten. Überrascht es da dermaßen, dass die Produzenten nicht immer stubenrein sind? Natürlich, ein potenziell tödlicher Virus muss ernstgenommen werden. Die Empörung jedoch, wie denn so etwas Furchtbares passieren kann, liegt im geistigen Einkaufswagen vieler EU-Bürger direkt neben dem Himbeeren-im-Winter-Konsumverhalten und dem Schweinegrippe-VIP-Impfpass.  Realistisch betrachtet gab es aber im Jahr 2011 bereits mehr Tote durch Unfälle, bei denen Radfahrern Ameisen in die Augen kletterten, um ihnen die Kontaktlinsen herauszuzerren (um selbige zu einem kleinen Swimmingpool im Ameisenhaufen umzufunktionieren) und diese dann ob ihrer Fehlsichtigkeit zielstrebig in den Gegenverkehr strampelten. Der Vergleich ist zwar absurd, die europaweite Panik kann aber kaum anschaulicher erklärt werden.

"Wollen sie ihre ganze Familie umbringen?"

Wenn eine Frau mit ihrem Kind an der Hand in diesen dunklen Tagen versucht, in einem Supermarkt eine Gurke zu kaufen, könnten ihr durchaus Kommentare wie "elendige Rabenmutter" oder "Wollen Sie Ihre ganze Familie umbringen?", von erzürnten Miteinkäufern  entgegen geschleudert werden. Diese verbalen Aggressoren sind höchstwahrscheinlich genau die, deren Kinder nach der 15. Schweinegrippe-Impfung gerade bitterlich weinend im Auto warten, weil sie schon morgen wegen Gurken und anderem bösen Gemüse sterben könnten. Jaja, der gute alte Konjunktiv. Dass die österreichischen Biohändler, die ihre Gurken von deutschen Großhändlern haben, die ihre Gurken zuvor von spanischen Großhändlern kauften, schockiert sind über Rückholaktionen, ist nur ein amüsantes Detail am Rande. So biologisches Gemüse hatten sie noch nie.

last time modified: Nov. 16, 2011, 11:35 p.m.

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