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Der kosmische Super-GAU naht

Warum die Sonne eine tickende Zeitbombe ist, die Erde dem Kosmos ausgeliefert ist und der Menschheit das Schicksal der Dinosaurier ereilen könnte

Gammablitz

Gammablitz

Gammablitz

Credits: Pennstatelive, Creative Commons Lizenz

Die Explosion war tausendmal stärker als die Atombombe auf Hiroshima. Millionen Bäume knickten wie Streichhölzer um. Die Schockwellen liefen dreimal um den Globus. Am 30.Juni 1908 nahe dem sibirischen Fluss Tunguska trat ein Asteroid mit einem Durchmesser von 80 Metern in die Erdatmosphäre ein und zerberste wenige Kilometer vor dem Aufprall. Bis nach London waren die gewaltigen Erschütterungen zu spüren. Diese Explosion, auch als Tunguska-Ereignis bekannt, ist beispielhaft für die stetige Gefahr, die von kosmischen Katastrophen für die Erde ausgehen.

Was sind kosmische Katastrophen?
Gigantische Himmelskörper, desaströse Sonnenstürme, tödliche Gammablitze – kosmische Katastrophen sind ein stetiger Gefahrenherd für unseren Planeten. Seit vielen Jahrhunderten beschäftigt sich die Wissenschaft mit diesem Phänomen  . Die Forschung versteht darunter zum einen die Einschläge von Himmelskörpern, etwa Asteroiden, Meteoriten oder Kometen, auf der Erde. Zum anderen werden Sonnenstürme und Gammablitze zu diesem Phänomen hinzugezählt, welche als magnetische Stürme das Magnetfeld der Erde stören. In der Erdgeschichte sind Einschläge von Himmelskörpern viel häufiger als magnetische Stürme vorgekommen. Sie sorgten vor 65 Millionen für das größte Massenaussterben auf unserem Planeten überhaupt – der Ausrottung der Dinosaurier. Für den Astronomen von der Universität Wien, Rudolf Dvorak, stellen diese Objekte in Zukunft das größte Gefahrenpotenzial dar. „Der Einschlag eines Asteroiden ist das wahrscheinlichste Bedrohungsszenario für die Erde“, sagt Dvorak.

Himmelskörper
Asteroiden, Meteoriten und Kometen sind Objekte, die bei ihrem Einschlag Spuren in Form von Kratern hinterlassen. Trotz derselben Auswirkungen unterscheiden sie sich in ihrer Beschaffenheit. Asteroiden sind aus Stein bestehende Kleinplaneten, die die Sonne umkreisen. Die bekannteste Art sind die erdnahen Asteroiden. Diese zählen zu den gefährlichsten Objekten für die Erde, da aufgrund ihrer Bahnenrichtung die höchste Kollisionswahrscheinlichkeit besteht.
Bei den Meteoriten handelt es sich um größere Gesteine, die im Sonnensystem entstehen. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre erzeugen sie eine Leuchterscheinung, die man Meteor nennt. Verglühen sie in der Atmosphäre, werden sie zu Sternschnuppen. Ist das nicht der Fall, schlagen sie als Meteoriten auf den Erdboden ein. Rund 10000 Meteoriten stürzen jährlich aus dem All auf die Erde, die meisten davon fallen unbemerkt ins Meer.
Kometen wiederum bestehen aus Gestein, Eis und Staub. Sobald sich ein Komet der Sonne nähert, verdampft das Eis und Gas und Staub formen eine Gaswolke, die man Koma nennt. Wird die Koma vom Sonnenwind weggeweht, bildet sich ein Schweif, der Millionen km lang werden kann. Der bekannteste Komet ist der Komet Hale-Bopp mit einer Schweiflänge von 50 Millionen km, der 18 Monate lang (1996-97) mit freiem Auge erkennbar war.

Polarlichter

Polarlichter

Polarlichter

Credits: Undertow 851, Creative Commons Lizenz

Milliarden Mal stärker als Hiroshima-Bombe
In der Vergangenheit verursachten besonders Meteoriten und Asteroiden gewaltige Einschlagskrater auf der Erdoberfläche. Vor 65 Millionen Jahren fiel ein 10 km großer Meteorit in Südmexiko auf die Erde und löschte die Dinosaurier aus. Die kosmische Bombe, die Milliarden Mal stärker als die Hiroshima-Bombe war, sorgte für tödliche Tsunamis und Beben und ließ auch Unmengen an Staub und Schwefel in die Atmosphäre aufsteigen. Dadurch wurde die Sonne verdunkelt, und in der Folge brach die Nahrungskette zusammen und die Vegetation verschwand. Weniger gravierend, aber nicht minder spektakulär war der Einschlag eines Meteoriten vor 50000 Jahren in Arizona, USA. Der Himmelskörper, der 300.000 Tonnen wog und ein Durchmesser von 50 Metern hatte, löste beim Aufprall einen riesigen Feuerball aus, der alles Leben im Umkreis von vier km vernichtete. Noch heute sind dank eines 180 m tiefen Kraters mit 1 km Durchmesser die beeindruckenden Spuren dieses Ereignisses zu sehen.

Fatale Magnetische Stürme
Die Himmelskörper verursachten bereits zahlreiche kosmische Katastrophen auf der Erde. Doch wie sieht es mit Sonnenstürmen und Gammablitzen aus? Diese Phänomene können ebenso folgenschwere Auswirkungen haben, kommen aber nur sehr selten vor. Sonnenstürme etwa - das sind elektrisch geladene Teilchen (Sonnenwind), die auf unseren Planeten geschleudert werden - stellen nur alle elf Jahre eine potenzielle Gefahr dar, wenn die Sonne in ihrem Zyklus das sogenannte Sonnenmaximum (sichtbar durch eine vergrößerte Anzahl an Sonnenflecken) erreicht. Die Stürme entstehen durch Eruptionen und werden im Normalfall vom Erdmagnetfeld abgewehrt. Einzig am Nordpol bietet das Magnetfeld am wenigsten Schutz, sodass die Lebewesen erhöhter kosmischen Strahlung ausgesetzt sind. Dort sorgen die Teilchen am Nordpol etwa für die bekannten Polarlichter. Wenn Sonnenstürme besonders stark ausfallen, können sie den Funkverkehr auf der Erde stören, Satelliten beschädigen und die Stromversorgung lahmlegen – heutzutage ein Horror-Szenario in einer Welt, die überall von Strom abhängig ist. 1989 etwa sorgte ein Sonnensturm für einen neunstündigen Stromausfall in der kanadischen Provinz Quebec. Auch Verkehrssysteme und Flughäfen fielen damals aus und verursachten ein großes Chaos in Quebec. 1859 geschah der bis dato mächtigste Sonnensturm, der damals das Telegraphennetz weltweit lahmlegte und sogar in Rom, Havanna und Hawaii zu Polarlichtern führte.
Bei den Gammablitzen handelt es sich um Energieausbrüche im Universum, die große Mengen an elektromagnetischer Strahlung aussenden. Sie sind die Folge von verschmelzenden Neutronensternen oder sehr starken Supernovae (Sternenexplosionen). Vor 440 Millionen Jahren soll ein Gammastrahlen-Ausbruch das erste große Massenaussterben auf der Erde verursacht haben. Dabei wurde die Ozonschicht unseres Planeten vollkommen zerstört und die darauffolgende gefährliche Strahlung machte der Vegetation und den Lebewesen den Garaus.

Tödliche kosmische Katastrophe in Zukunft „eine absolute Gewissheit“
Die Erdgeschichte hat immer wieder gezeigt, welch fatale Auswirkungen kosmische Katastrophen haben. Auch in Zukunft wird die Menschheit dem Kosmos ausgeliefert sein, und im schlimmsten Fall blüht ihr dasselbe Schicksal wie den Dinosauriern – die Vernichtung. Für den israelischen Wissenschaftler Arnon Dar vom Technion Space Research Institute sei eine tödliche kosmische Katastrophe in Zukunft „eine absolute Gewissheit“. Sollte es Überlebende eines solchen kosmischen Super-GAUs geben, würden diese sich laut Dar „wünschen, dass sie lieber tot sind als auf einem zerstörten Planeten weiterzuleben“.
Die unmittelbarste Gefahr für die Erde droht durch die Sonne, die wegen ihres Zyklus 2013 ihr nächstes Maximum erreicht. Im schlimmsten Fall wird ein Sonnensturm wie anno 1859 ein weltweites Blackout auslösen – die Folgen wären apokalyptisch. Die Versorgungsnetze würden zusammenbrechen und Kommunikations-, Verkehrssysteme und das Internet würden kollabieren. Die Folge wäre ein gewaltiges globales Chaos. Selbst wenn dies nicht passiert und sich das Maximum als deutlich schwächer erweist, könnte auch ein Sonnenminimum ein Problem darstellen. Dieses würde zu sehr kalten Wintern führen und die Landwirtschaft weltweit beeinträchtigen.
Weniger wahrscheinlich sind Gammablitze, die die Erde treffen. Derzeit gibt es keine Anzeichen für ein Auftreten dieser tödlichen Strahlen, die bei einer Entfernung von mindestens 500 Lichtjahren ein Massenaussterben wie vor 440 Millionen Jahren auf der Erde verursachen könnten.

Bedrohungsszenario Asteroideneinschlag
Bei den Himmelskörpern ist künftig ein fataler Asteroideneinschlag am ehesten zu erwarten. Am 13.April 2029 soll ein Asteroid mit einem Durchmesser von 400 Metern mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Erde prallen. Wo das geschehen wird, sei laut Experte Dvorak fast unmöglich vorherzusagen, da die Bahn dieses Asteroiden sehr schwer zu berechnen sei. Auch bleibt unsicher, ob der Gesteinsbrocken aufs Land oder ins Meer stürzt. Beide Szenarien seien aber gleich gefährlich für die Erde, sagt Dvorak. Landet der Asteroid im Wasser, löst er riesige Tsunamis aus, die die Küstengebiete überschwemmen würden. Setzt der Himmelskörper auf Land auf, wirbelt er Unmengen an Staub auf, die die Sonne verdunkeln und zu einem nuklearen Winter führen würde. Die Ernteausfälle wären derart drastisch, sodass die Nahrungsmittelversorgung zusammenbräche und Millionen Menschen sterben würden. Um diese kosmische Katastrophe zu verhindern, suchen Astronomen weltweit nach Möglichkeiten, um die Asteroidenbahn so zu beeinflussen, dass er die Erde verfehlt. Ein Ansatz besteht laut Dvorak darin, den Asteroiden „anzumalen“. „So hätte der Asteroid ein anderes Reflexionsvermögen gegenüber der Sonne und würde an der Erde vorbeifliegen“, erläutert der Astronome. Für Dvorak wäre etwa eine Sprengung des Gesteinbrockens wie im Film „Armageddon“ ein Fehler, denn selbst die daraus entstandenen kleinen Teile würden massive Schäden anrichten.

In 5 Milliarden Jahren ist die Menschheit Geschichte
Von Meteoriten und Kometen droht in Zukunft kaum Gefahr für die Erde. Einzig der Komet Swift-Tuttle könnte 2126 mit unserem Planeten kollidieren und Auswirkungen auf die Weltbevölkerung haben - falls nicht bis dahin die Menschheit bereits durch eine kosmische Katastrophe ausgelöscht worden ist. Sollte das nicht passieren, ist aber spätestens in fünf Milliarden Jahren der Mensch Geschichte: dann wird nämlich die Sonne all ihre Energiereserven verbraucht haben und erlöschen – ein Leben auf der Erde ist dann unmöglich.

Ein Feature von schwarzweiss

last time modified: July 15, 2011, 9 a.m.

Comments

criticalones

criticalones

27/06/2011 · report · direct link · reply

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weit realistischer als eine kosmische katastrophe ist dass sich die menschheit selbst auslöscht. zum beispiel durch einen atomkrieg.
und wenn "wir" in 5 milliarden Jahren noch leben ist es sehr wahrscheinlich, dass wir schon konlonien in anderen planetensystemen gegründet haben

canthandlemyawesome

canthandlemyawesome

27/06/2011 · report · direct link · reply

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Also mich würde ja interessieren woher die Info dieses 2029er Asteroid kommt. Haben Sie dazu eine Quellenangabe? In meinem Umfeld wird dieses Thema immer wieder aufgewirbelt, aber ich hab noch keinen Forscher dazu etwas sagen hören...