Dismiss First time on Newsgrape

Newsgrape connects readers and writers. It serves more perspectives on current topics and presents your articles to a larger audience.

Title Image Of Donald Trump for President!

Donald Trump for President!

„An Libyen interessiert mich nur das Öl!“ - Wird Donald Trump mit solchen Sagern bei den Präsidentschaftswahlen 2012 gegen Barack Obama antreten? Die Chancen stehen nicht schlecht.

You're hired!“ - wer diesen Satz jemals aus Donald Trumps Mund hören durfte, der konnte sich über einen Job als Vorsitzender einer der Firmen des Tycoons freuen, 250.000 Dollar Jahresgehalt inklusive – der Hauptpreis in Trumps TV-Show „The Apprentice“. Jetzt würde Trump selbst gerne gehired werden – und zwar vom amerikanischem Volk, als dessen Präsident. Das ist selbst für einen Immobilien Magnaten und self-made millionaire ein hoch gestecktes Ziel. Zumal seine Ansichten mitunter ziemlich wunderlich sind.

Donald Trump ist ein „birther“. Das sind jene erzkonservativen Wirrköpfe, die anzweifeln, dass Barack Obama in Amerika geboren wurde. Sarah Palin führte als Tea-Party Darling die Riege der birther an. Dass Obamas Geburtsurkunde bereits während des Präsidentschaftswahlkampfes 2008 im Internet veröffentlicht wurde, spielt für diese Leute eine eher untergeordnete Rolle. Im Jahr 2011 noch die birther-Strategie zu fahren, mutet daher recht seltsam an. Sogar das mediale Sprachrohr der Konservativen, FOX News, rückt langsam von diesen radikalen Positionen ab. Bill O'Reilly, der Meinungsmacher schlechthin des Senders, stellte diese Woche klar, dass die Echtheit von Obamas Geburtsurkunde außer Frage steht. Die Show des Chef-Demagogen und Verschwörungstheoretikers Glenn Beck, eine Galionsfigur der Tea Party, wurde sogar abgesetzt. Viele sehen darin eine Annäherung des konservativen Senders an die politische Mitte, weg von Hetze, hin zu seriöser(er) Berichterstattung.


Screw them!“


Die Vermutung liegt also nahe, dass sich die konservative Medienwelt nach einem gemäßigten, massentauglichen Präsidentschaftskandidaten sehnt, der auch eine reelle Chance gegen Barack Obama haben könnte. Aber die republikanische Partei ist gespalten, die Tea Party ist noch immer stark. Auf diese Wählerschicht schielt Donald Trump. Anstatt sich auf einen republikanischen Kernbereich zu konzentrieren, von dem er auch eine Ahnung hat, nämlich der Privatwirtschaft, nimmt er typische rechtspopulistische Positionen ein. „An Libyen interessiert mich nur das Öl.“ - An Aussagen wie dieser lässt sich erahnen, wie eine Außenpolitik á la Trump aussehen könnte. Die wird von liberalen Medien bezeichnend „screw them! policy“ (die „Scheiß auf sie! -Methode“, frei übersetzt) genannt. Eine Horrorvorstellung aus europäischer Sicht, und dennoch spricht der Herr mit der seltsamen Frisur damit vielen frustrierten Amerikanern aus der Seele, die große geopolitische Zusammenhänge nicht verstehen wollen oder können.

Somit erklären sich auch die jüngsten Umfragewerte: Unter Republikanern fand Trump zuletzt 19% Zustimmung und teilte sich damit den ersten Platz mit dem konservativen Urgestein und FOX-News Moderator Mike Huckabee. Unter unabhängigen Wählern ist Trump mit 24% sogar noch beliebter. Gemäßigte Kandidaten wie Mitt Romney sind momentan weit abgeschlagen. Romney wird wohl daran scheitern, dass er in seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts eine Gesundheitsreform verabschiedet hat, die der von Obama verblüffend ähnlich ist. Damit hat Romney die Unterstützung der republikanischen Parteibasis fürs erste verspielt.


Seriously?


Hat der Immobilien-Mogul die Kandidatur also mangels profilierter Konkurrenz schon in der Tasche? Nein. Eine offizielle Ankündigung, dass er zu den primaries (den Vorwahlen, bei denen ein Präsidentschaftskandidat ermittelt wird) antreten wird, ist noch ausständig. Ob er letztendlich breite Unterstützung bei den republikanischen Parteimitgliedern finden wird, ist mehr als fraglich. Er hat daher bereits angekündigt, als unabhängiger Kandidat antreten zu wollen, sollte er einen Korb von den Konservativen bekommen. Es gibt allerdings auch Stimmen, die hinter Trumps Kampagne einen reinen PR-Stunt sehen, um die Quoten seiner zuletzt schwächelnden TV-Shows zu pushen.

Viel wahrscheinlicher aber ist, dass er es sehr wohl ernst meint. Weil der 64-jährige eigentlich schon alles erreicht hat, was der amerikanische Traum zu bieten hat: Geld, Berühmtheit, Frauen. Die Präsidentschaft, oder ihr zumindest so nahe wie möglich zu kommen, wäre da das Tüpfelchen auf dem i. Und auch wenn man Barack Obama im Grunde jetzt schon zur zweiten Amtszeit gratulieren kann: Der Wahlkampf könnte noch für die eine oder andere Überraschung sorgen, nicht zuletzt dank Donald Trump.


hyder out.

 

Follow me on Twitter: http://twitter.com/#!/thehyder

Photo by David Shankbone.

last time modified: July 14, 2011, 9:25 a.m.

Comments