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EA installiert Überwachungssoftware mit Battlefield 3

Deutsches Recht ist EA scheinbar egal - Will man Spielen so wird man ausspioniert

Battlefield 3 von Electronic Arts (EA) soll die Welt der  "Gefechtssimulationen revolutionieren" - so zumindest die Website zum Spiel. Dass der Titel ein Bestseller wird, war schon vor Erscheinen klar. Gefechts/Kriegs-Shooter sind jedes Jahr unter den erfolgreichsten Titeln und EA hat Battlefield 3 massiv beworben.

Eine Information wollte EA aber eigentlich nicht in den Medien haben - nur ganz unten auf einer Infoseite steht, dass man für Battlefield 3 (auf dem PC) "die aktuellste Version von Origin" braucht. Origin, das klingt doch ganz nett. Was dieses Zusatzprogramm eigentlich tut steht an einer anderen Stelle, im Lizenzvertrag.

"Origin" ist eine Überwachungssoftware mit der sich EA folgende Rechte einräumt:

  • Per Installation der Origin-Software stimmt der Nutzer zu, dass die Anwendung "automatisch Lizenzrechte für einige oder alle EA-Produkte prüfen kann, ohne dich separat darüber zu benachrichtigen".
  • Außerdem sehen die Bedingungen vor, dass EA per Software Informationen über "Computer, Hardware, Medien, Software" die "Nutzung der Anwendung" verwenden kann, um "Lizenzrechte zu prüfen und die Anwendung zu aktualisieren".
  • EA erlaubt sich und "seinen Partnern" - wer das ist, wird nicht ausgeführt - das "Sammeln, Nutzen, Speichern und Übertragen von technischen und verwandten Informationen" von den überwachten Computern. Konkret sind das unter anderem: IP-Adressen, Nutzungsdaten, Software-Ausstattung, Software-Nutzung und vorhandene Hardware-Peripherie. Die Informationen darf EA laut Nutzungsbedingungen auch zu "Marketingzwecken" nutzen.

Kurz gesagt - Im Lizenzvertrag für dieses Programm steht, dass EA und seine "Partner" Informationen über die Computer-Nutzung und -Ausstattung des Kunden sammeln dürfen. Diese Daten darf EA zusammen mit nicht näher genannten "personenbezogenen" Daten für Marketing-Aktionen nutzen. Was rät einem EA, wenn man das nicht will?  "Installiere oder nutze die Anwendung bitte nicht".

Juristen sehen darin Verstöße gegen das deutsche Recht. Der Anwalt Thomas Schwenke schreibt in dem Magazin "Gamestar" :

"Die Nutzungsbedingungen und der Endbenutzer-Lizenzvertrag von Origin sowie die Datenschutz-Richtlinien von Electronic Arts enthalten umfangreiche Verstöße gegen Verbraucher- und Datenschutzrechte. EA nimmt sich über die Nutzungsbedingungen das Recht heraus, einen umfangreichen Kopierschutz einzuführen, der in seiner Wirkung einer Spyware gleich kommt."

Electronic Arts lehnte es bisweilen ab, sich zu dieser Sache zu äußern.

Doch das Unternehmen wird sich wohl bald damit auseinandersetzen müssen - Datenschützer sind alarmiert und legen dem Spieleentwickler nächste Woche einen umfangreichen Fragenkatalog vor.

Die offizielle Stellungnahme von EA gibts hier

last time modified: Nov. 2, 2011, 2:31 p.m.

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Comments

Gabor Guzmics

Gabor Guzmics

30/10/2011 · report · direct link · reply

1+ [1]

Boah gemein. Origin Systems war eine Softwareschmiede mit erfolgreichen Titeln (Ultima, Wing Commander, Crusader), die mehr oder minder eingingen nachdem EA sie gekauft hat (Innovationstod). Diesen Namen zu wählen ist ja fast ein Sakrileg. EA ist wirklich das letzte.