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Einstellung des Modestudiums in Hetzendorf sorgt für Empörung und Betroffenheit

Ein weiterer Bildungsprotest im Anrollen?

Nach dem fünfjährigen Bestehen des Bachelorlehrganges Mode am Institut Hetzendorf, das durch eine Kooperation der Kunstuniversität Linz und der Modeschule Wien entstanden ist, wurde nun kurz vor Beginn des neuen Studienjahres dessen Ende und Ablaufdatum verkündet. Mit dem Jahr 2012/13 soll es mit der Ausbildung eines Modebachelors in Hetzendorf zu Ende gehen. Diese Verkündigung sorgte am Mittwoch Nachmittag für großes Unverständnis, Überraschung und Empörung.

Der Pressemitteilung zufolge, läuft das Studium aus, weil zu wenig Interesse dagewesen wäre, die Zielgruppe nicht erfüllt und die erwartete Zahl an Studierenden nicht erreicht worden wäre. Allerdings erscheinen diese Begründungen eher als Vorwandt für etwas, das im Hintergrund Fäden zieht und reißen lässt. Denn bei 120 Bewerbungen für die Zulassungsprüfung pro Jahr kann man nicht von mangelndem Interesse sprechen und von 25 Plätzen an Neuzuwachs pro Studienjahr kann man auch nicht an eine zu geringe Anzahl von Studierenden denken. Der Bedarf an praxisnahe Ausgebildeten mit akademischem Abschluss im Modebusiness ist stark angestiegen. Es mag wohl eine familiäre Platzzahl zur Verfügung stehen, aber im Vergleich zu anderen Universitäten, die darunter leiden, dass die Zahl der Ausbildenden mit der Zahl der Auszubildenden ganz und gar nicht in guter Relation steht und somit die Qualität erheblich senken, kann in Hetzendorf so auf die Förderung der Individuen eingehen, und das, so möchte man vielleicht meinen, sogar besser, als auf der Angewandten.

Neuere Pressebeiträge berichten von Geldmangel und Uneinigkeiten auf dieser Ebene, die dazu beigetragen haben, das Modestudium einzustellen. Es habe Konfliktsituationen gegeben, Uneinigkeiten zwischen Bund und Magistrat. Das Studium, das im Schloss Hetzendorf stattfand (bzw noch stattfindet) wurde von der Stadt Wien finanziert, die Ausstattung und zum größten Teil das Lehrpersonal war und ist jenes, das auch der Modeschule zur Verfügung steht.

Das Zeichen, das hier gesetzt wurde, dass also alle Beteiligten, sowohl Studierende als auch Lehrbeauftragte, nicht schon vorher mit Möglichkeit zum Diskurs davon unterrichtet wurden, zeugt von einer massiven Rückentwicklung in Sachen Innovation im Bildungssystem. Hierbei geht es auch nicht ausschließlich um die Einstellung dieses Studiums, sondern auch um die gesamtheitliche Qualität und Zurschaustellung österreichischer Bildung. Wien war einmal eine Hauptstadt für diverseste Wissenschaften und hat viele Größen aus unterschiedlichen Bereichen hervorgebracht. Mit Aktionen wie dieser, die offensichtlich einem nicht erwachsenen und gewachsenen Führungsteam hervorgeht, schießt man sich als jede/r Beteiligte/r sozusagen selbst ins Knie! Die Passivität, die einem als Studierende/r quasi kalt ins Gesicht geschleudert wurde (um bei solch bildhaften, körperbezogenen Metaphern zu bleiben), deutet in einem demokratischen Staat schon beinahe wieder auf dessen Verfall hin.

Nun aber, so heißt es von Seiten der Studierenden, wird man laut. Man plädiere für einen offenen Diskurs, für die Möglichkeit zum Dialog. Das letzte Wort, so laut einem Kommentar, sei noch nicht gesprochen!

Mittlerweile gibt es eine Petition, die eine universitäre Ausbildung am Institut Hetzendorf fordert. Unterschreiben kann und soll man diese bitte unter: www.hetzendorfbrennt.at

last time modified: Sept. 17, 2011, 4:41 p.m.

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