Filmkritik: "happythankyoumoreplease"
Etwas klischeebeladener, aber netter Indie-Film von "How I met your mother"-Star Josh Radnor
- Culture Movies & Television
- 11/11/2011
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"What do you do?" "I sing." "Songs?" "Yes, songs. What do you do?" "I write." "Words?" "Yes, words." Dieser Dialogausschnitt ist exemplarisch für den Indie-Streifen "happythankyoumoreplease", der das Regiedebüt von "How I met your mother"-Star Josh Radnor markierte und für den er den Audience Award des Sundance Film Festival in Park City, Utah, erhielt. Mit "happythankyoumoreplease", einer Mischung aus Komödie und Drama (auch Dramedy genannt), ist Radnor ein netter Indie-Film geglückt, der vieles richtig macht, aber auch unter einigen Klischees und kleineren Storyschwächen leidet.
Schriftsteller trifft Kind und Sängerin
Radnors Filmdebüt handelt von einigen New Yorkern in ihren Endzwanzigern, die auf der Suche nach Glück in ihrem Liebesleben sind und ihren Zynismus hinter sich lassen wollen. Da wäre zum einen der Hauptdarsteller Sam Wexler (Josh Radnor), der versucht, sich als Schriftsteller durchzuschlagen, aber oft an sich selbst scheitert. Als er auf dem Weg zu einem wichtigen Meeting mit einem Verleger ist, sieht er, wie der kleine Junge Rasheen (Michael Algeri) in der U-Bahn von seiner Familie getrennt wird. Wexler nimmt sich des Jungen zunächst widerwillig an, der ihm von seiner schwierigen Vergangenheit in diversen Pflegefamilien erzählt. Wexler freundet sich dann mit dem Jungen an, obwohl ihm seine Freunde sagen, dass er ihn nicht einfach so behalten kann. Dass ihm auch noch die Sängerin Mississipi (Kate Mara) den Kopf verdreht, macht Wexlers Leben nicht einfacher.
Sams beste Freundin Annie (Malin Akerman) muss sich ebenfalls mit einigen Problemen herumschlagen. Sie hat die seltene Autoimmunerkrankung Alopecia universalis und leidet dadurch unter niedrigem Selbstwertgefühl. Sie sucht nach einem Grund um geliebt zu werden, und wurde dabei in der Vergangenheit von einigen Männern enttäuscht. Der etwas schrullige Sam #2 (Tony Hale) in ihrer Arbeit könnte sie zum Umdenken bringen...
Und schließlich gibt es noch das Paar Mary Catherine (Zoe Kazan) und Charlie (Pablo Schreiber), das sich mit einem möglichen neuen Leben in Los Angeles anfreunden muss, da Charlie eine Jobmöglichkeit dort hat. Doch auch hier ändert sich die Situation auf unvorhergesehene Weise...
Interessante Charaktere, aber zu viele Klischees
In 138 Filmminuten wechselt Regisseur Radnor zwischen diesen drei Handlungssträngen und fokussiert auf die Lebensschwierigkeiten von meist zerbrechlichen und verwundbaren Charakteren. Es ist symptomatisch für eine Generation, die sich hochschätzt, aber im Endeffekt wenig erreicht, so wie etwa der wenig erfolgreiche Schriftsteller Wexler. Das Positive an "happythankyoumoreplease" ist, dass man es nicht mit perfekten, oberflächlichen Hollywood-Figuren zu tun hat, sondern mit interessanten Charakteren mit tiefergehenden Schwächen und Problemen. Mit ihnen identifizieren kann man sich zwar nicht wirklich, siehe Quasi-Kidnapper Sam Wexler, doch entwickelt man eine gewisse Sympathie für Figuren, die schließlich erwachsen werden und ihr altes Sein hinter sich lassen. Ganz klischeefrei läuft es leider nicht ab, das muss man Radnor ankreiden. Dass die wunderschöne Sängerin Mississipi auf einen unrasierten Schriftsteller steht und der schrullige Sam #2 bei der intelligenten Annie landet, ist doch etwas dick aufgetragen. Dazu sind einige Dialoge aus dem Skript nicht sehr passend, und Zeilen wie "Sadness be gone! We deserve to be loved." triefen nur so von Klischee - schade um die vertane Chance.
Michael Allegri als Pflegekind Rasheen sehenswert
Die Darsteller überzeugen zumeist, besonders die sehenswerte Performance von Michael Allegri als kleiner Junge Rasheen sticht heraus. Auch Tony Hale als Sam #2 und Malin Akerman als sentimentale Annie agieren auf hohem schauspielerischen Niveau. Kate Mara als bezaubernde Sängerin Mississipi zeigt auch auf, vor allem durch eine nette Gesangsleistung am Filmende. Einzig Josh Radnor als Sam Wexler enttäuscht etwas, vor allem aufgrund seinem begrenzten Mimikrepertoire (gerade einmal zwei verschiedene Blicke setzt er im gesamten Film auf), welches seine darstellerische Leistung trübt.
Fazit: "happythankyoumoreplease" ist ein netter, kurzweilliger Indie-Film mit guten Darstellern, der trotz etwas zu vielen Klischees überzeugen kann. Ein überwiegend gelungenes Regiedebüt von Josh Radnor, und kann man schon gespannt auf seine nächsten Arbeiten sein.
Eine Filmkritik von schwarzweiss
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last time modified: Nov. 11, 2011, 1:20 p.m.
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