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Filmkritik: Johnny English Reborn

Auch ein Rowan Aktinson als Slapstick-Geheimagent Johnny English kann eine mittelmäßige James-Bond-Persiflage nicht retten.

Trailer


Acht Jahre ist her, als im ersten "Johnny English" der britische Schauspieler Rowan Atkinson das Genre der James-Bond-Geheimagenten mal mehr, mal weniger witzig durch den Kakao zog. Obwohl die Kritiken an dem Film kaum ein gutes Haar ließen, sorgten wohl die guten Einspielergebnisse dafür, dass eine Fortsetzung gedreht wurde - "Johnny English Reborn" unter der Regie von Oliver Parker ("Dorian Gray"). In 101 Filmminuten verkörpert Atkinson erneut die Rolle des Slapstick-Geheimagenten Johnny English im Dienst der britischen Krone und macht Jagd auf Verbrecher. Obwohl Atkinson, bekannt aus den britischen Serienjuwelen "Blackadder" und "Mr. Bean", recht unterhaltsam James Bond persifliert, kann der Streifen aufgrund seichter Geschichte, blassen Nebendarstellern und zu vorhersehbaren Gags nicht wirklich überzeugen.


Belanglose Handlung

Die Handlung ist relativ schnell erzählt, da in diesem Film auch nicht sonderlich relevant. Nach einem vermasselten Einsatz in Mosambique tut Johnny English Buße in einem tibetischen Kloster. Doch der britische Staatsgeheimdienst MI7, der sich an Toshiba verkauft hat und sich nun "Toshiba British Intelligence" (als lustiger Seitenhieb auf die derzeitigen Staatskrisen) nennt, benötigt seine Hilfe, um ein Attentat auf den chinesischen Premier Ping zu verhindern. English findet heraus, dass die Organisation Vortex hinter den Mordplänen steckt und dass sie einen Maulwurf im MI7 haben. Englishs Assistent Tucker (Daniel Kaluuya) glaubt diesen in Agent Simon Ambrose (Dominic West) gefunden zu haben, doch Ambrose lenkt den Verdacht erfolgreich auf English. Der Slapstick-Spion muss nun Ambrose zur Strecke bringen und das Attentat auf den chinesischen Premier verhindern...

Blasser Bösewicht
Die flache Geschichte glänzt also nicht mit tiefergehenden Nebenhandlungen oder überraschenden Twists, sondern bleibt recht vorsehbar - irgendwie hat man solche Szenarien schon dutzende Male woanders gesehen. Obwohl der Film sich Mühe gibt, Nebendarstellerinnen wie der Verhaltenspsychologin und Englishs Objekt der Begierde Kate Summers (Rosamund Pike) oder der MI7-Chefin Pegasus (Gillian Anderson) mehr Tiefe zu verleihen, gelingt das nicht wirklich. Auch Bösewicht Ambrose bleibt blass, über seine Motive für den Verrat am MI7 gibt es dazu kaum wirkliche Aufklärung - da haben Spionagefilme schon bessere Bösewichte gesehen, wie etwa den legendären Goldfinger samt koreanischen Hutkiller Oddjob in "James Bond: Goldfinger".

Atkinson demontiert eigenes Denkmal
Wie eingangs erwähnt, weiß Rowan Atkinson als Slapstick-Geheimagent Johnny English in einigen Szenen durchaus zu überzeugen. Seine Tollpatschigkeit und amüsante Selbstverliebtheit lässt ihn in jedes erdenkliche Fettnäpfchen treten, und einige Male kann man darüber auch herzlich lachen - siehe den Running Gag mit der koreanischen Killerin, die er mehr als einmal mit unschuldigen alten Frauen verwechselt. Dennoch reicht Atkinson nicht an seine Glanzzeiten als Mr Bean oder Blackadder heran und demontiert somit langsam, aber sicher sein eigenes Denkmal. Der Rest des Ensemble sticht auch nicht wirklich heraus. Dominic West als Ambrose gibt keinen wirklich überzeugenden Konterpart zu English, und Rosamund Pike als Kate Summers, Daniel Kaluuya als Muttersöhnchen-Agent Tucker sowie "X-Files"-Legende Gillian Anderson als Pegasus spielen ihre Rollen solide, mehr aber nicht.

Kein Gagfeuerwerk
Wer sich bei "Johnny English Reborn" ein Gagfeuerwerk erwartet hatte, kommt nicht wirklich auf seine Kosten. Zu vorhersehbar sind die meisten Gags, dazu hat man die meisten Missgeschicke und Fehltritte schon in anderen Streifen gesehen. Atkinson und co. geben sich zwar Mühe, doch Komödienfans werden bei diesem Film nicht oft herzhaft zu lachen haben. Klar gibt es durchaus witzige Szenen, wie etwa die Kampfszene am Steg mit einem koreanischen Vortex-Killer, oder wo Johnny English seinen Stuhl nicht unter Kontrolle hat, doch bleiben diese amüsanten Momente zu rar. Zu selten blitzt das Talent von Atkinson auf, dass aus "Johnny English Reborn" ein richtig guter Streifen wird.

Fazit: Wen flache Handlung, blasse (Neben-)darsteller und altbekannte Gags nicht stören und wer mit solidem, leicht verdaulichem Hollywood-Klamauk zufrieden ist, wird bei "Johnny English Reborn" dennoch auf seine Kosten bekommen. Alle anderen warten lieber auf den nächsten James Bond-Film.

Eine Filmkritik von Schwarzweiss
Fotocredit: ell brown (Flickr)

last time modified: Oct. 23, 2011, 10:48 p.m.

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