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Filmkritik: Wall Street: Money never sleeps

Trotz Starensemble und Regisseur Oliver Stone nur ein mäßig unterhaltsamer Streifen.

Someone reminded me I once said that greed... is good. Now it seems it's legal. So beginnt Gordon Gekko (Michael Douglas), der legendäre Bösewicht aus dem ersten Wall Street-Film, seine Rückkehr in "Wall Street: Money never sleeps" ins Epizentrum der Weltfinanz. Kenner des ersten Teils fühlen sich sofort zurückversetzt an genau jene Rede, wo Gekko die Vorzüge der Gier preist. Während Teil 1 nicht nur solche denkwürdigen cineastischen Momente zu bieten hatte und als sehr guter Film in Erinnerung bleibt, reicht Teil 2 mit dem Titel "Wall Street: Money never sleeps" bei weitem nicht an die Qualität des Vorgängers heran.

Große Erwartungen wurden dank ausgeklügelter PR-Maschinerie und Medienhype geschürt. Der renommierte Regisseur Oliver Stone sollte mit einem hochkarätig besetzten Schauspielensemble (Michael Douglas, Shia LaBeouf, Frank Langella, etc.) eine würdige Fortsetzung kreieren und die größte weltweite Finanzkrise seit der Großen Depression auf die Leinwand bringen. Das Resultat ist ein nur durchschnittlicher Hollywood-Blockbuster, der nicht den Spagat zwischen Finanzthriller und Familienkitsch schafft.

Das Hauptproblem von Wall Street 2 ist die Handlung. Anstatt einen spannenden Wirtschaftskrimi zu bringen, der genau die Geschehnisse rund um die verantwortlichen Akteure beim Finanzkollaps durchleuchtet, bekommt der Zuschauer ein Hybrid-Modell. Da etwas Romantik, dort böse Wall Street-Banker und das Ganze mit langweiligem Familienkitsch untermalt. Elend lang dauert der Handlungsbogen mit Gordon Gekko, seiner ihn hassenden Tochter Winnie (Carey Mulligan) und ihrem zukünftigen Ehemann und erfolgreichen Trader Jake Moore (Shia LaBeouf), sodass kaum Platz für den weitaus spannenderen Handlungsbogen am Wall Street-Parkett bleibt.

An der Stock Exchange treibt der üble Churchill & Schwartz-Finanzhai Bretton James (Josh Brolin) sein Unwesen, indem er mit falschen Gerüchten Spekulationen über Firmenpleiten anheizt, seine Konkurrenten so ruiniert und anschließend zu Spottpreisen aufkauft. Damit treibt er Wall-Street Legende Louis Zabel (Frank Langella) von Keller Zabel Investments  in den Selbstmord. Jake, dessen Mentor Zabel war, beschließt dann Rache an James zu üben und ihn und seine Firma zu ruinieren. So weit die Zutaten für einen guten Film, doch leider kommt diese Geschichte aufgrund der Gekko'schen Seifenoper viel zu kurz.

Gegen Ende laufen alle Handlungsstränge zusammen, die Auflösung der beiden Geschichten lässt aber zu viele Fragen offen und ist wenig befriedigend. Es bleibt nicht ersichtlich, wie Jake seinen Rachefeldzug gegen James vollzieht und inweiweit da Gekko seine Finger im Spiel hatte. Da hätte man entweder den Film in die Länge ziehen müssen oder diesem Handlungsfaden überhaupt mehr Platz einräumen müssen. So wirkt der Film unfertig und kann nur mit einem gähnenden Ende der Familiengeschichte der Gekkos aufwarten.

Trotz der Kritik kann "Wall Street: Money never sleeps" zumindest in punkto Schauspieler punkten. Neben den solide spielenden LaBeouf, Mulligan und Brolin brillieren die Altstars Douglas, Langella und der bereits 94-jährige! Eli Wallach. Vor allem Michael Douglas als Gordon Gekko legt wie in Teil 1 eine sehenswerte Performance als schleimiger und gieriger Börsianer hin und hat dazu Witz und Charisma. Auch Frank Langella als Wall-Street Grande Zabel und Eli Wallach als Churchill & Schwartz-Banker stellen ihre Figuren überwiegend überzeugend dar, wobei Wallach als sogenannter "crier of doom" in seiner Rede vor der amerikanischen Notenbank Fed für Gänsehaut sorgt. Dazu ist der Bezug der Handlung zur Wirklichkeit gegeben, denn die Filmbank Churchill & Schwartz repräsentiert den aus der Finanzkrise gestärkt hervorgegangenen Branchenprimus Goldman Sachs, während auf der anderen Seite Keller Zabel Investments das pleite gegangene Traditiosinstitut Lehman Brothers darstellt. Für jene, die die Wirtschaftsberichterstattung der letzten Jahre verfolgt haben, wenigstens ein nettes Déjà-vu.

Fazit: Wegen der Schwächen in der Geschichte ist es nur ein mäßig unterhaltsamer Film. Alleine die Hollywood-Altstars-Riege rund um Michael Douglas rettet den Streifen vor einer schlechteren Bewertung.

Eine Filmkritik von schwarzweiss

last time modified: July 15, 2011, 3:30 a.m.

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