Flashmob – Mittel der Revolution oder Manipulation?
Flashmobs werden nicht nur zur Vergnügung eingestetzt, sondern auch von Aktivisten gebraucht und von Komerziellen missbraucht!
- Lifestyle
- 27/04/2010
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Ein Menschenauflauf auf öffentlichen Plätzen, ganz plötzlich bilden sie eine Gruppe und tun für einige Minuten etwas Ungewöhnliches, das die Passanten überrascht und zu ahnungslosen Gesichtsausdrücken verleitet. Zu Entstehungszeiten galt es dem Vergnügen, die Mitläufer wollten lediglich ein Teil der Masse, oder wie es einer der anfänglichen Gründer zu sagen pflegt, der „nächsten großen Sache" sein und in einer Atmosphäre der Konformität, basierend auf Anonymität, etwas tun, von dessen Tätigkeit außerhalb der privaten Sphäre sie nicht zu träumen wagen. Oft handelt es sich bei Flashmobs um die Ausübung von Handlungen die in der Öffentlichkeit als Unerzogen oder Unangebracht gelten, wie beispielsweise Kissenschlachten, infantile Ninja - Kämpfe oder das Tanzen zu „Beat it" von Michael Jackson. All diese Darbietungen gehören in geschlossene Räumlichkeiten, sofern man jedenfalls der Volkssitte nachgibt.
Aber ist es in Ordnung Flashmobs zu kommerziellen Zwecken zu gebrauchen, seien diese noch so „Gutmütig"?
Als „Gutmütig" seien an dieser Stelle jene Aktionen festgehalten, deren Absicht es ist, mittels eines Flashmobs, auf beispielsweise folgenschwere Entwicklungen des Klimas oder aber auch des menschlichen Handelns im Kollektiv aufmerksam zu machen. Erst letzten Samstag wurde am Stephansdom ein solches Spektakel gesichtet. Um fünf Minuten vor 12 Uhr ließen sich 30 Atomkraftgegner zu Boden fallen und spielten für einige Minuten „toter Hund". Anschließend wurde der Tatort abgesperrt, die Umrisse der vermeintlichen Leichen mit Kreide nachgezeichnet und voilà, man hat ein Zeichen gegen die Atomkraft gesetzt. Eine Aktion, bei der nicht die Vergnüglichkeit im Vordergrund stand, sondern vielmehr die Bedrohung aller Europäer durch die Nuklearenergien ins Bewusstsein gerufen werden sollte. In diese Sinne gesehen, sind Flashmobs wahrhaftig ein neues Mittel der „friedlichen Revolution", welches die Aufmerksamkeit der Masse nicht nur zum Zeitpunkt des Geschehens auf sich zu ziehen vermag, sondern auch durch Videoeinträge auf Youtube, für längere Zeit abrufbar gemacht wird. Aber zurück zu meiner Frage!
Als Mittel der Werbung eingesetzt, wird sie zu einer der stärksten Waffen der Manipulation und somit zu einer Gefahr der persönlichen Freiheit des Menschen, denn ein Flashmob von T-Mobile, der an einem englischen Bahnhof durch hunderte professionelle Tänzer das Interesse aller magnetartig auf sich zieht, ist zwar eine willkommene Abwechslung zum öden Alltag, andererseits aber auch ein unangebrachte Unterbrechung dessen.
Werbung muss meiner Meinung nach kontrollierbar bleiben! Wir werden durch die Medien ohnehin in hinreichendem Maße in unserer Meinungsbildung beeinflusst und haben im Grunde nur den tristen Alltag, um das Aufgenommene ausreichend zu verarbeiten und im Rahmen geringer Werbetyrannei zu reflektieren. Demnach - Flashmobs zur Freude - ERWÜNSCHT - zur Manipulation - VERWÜNSCHT!
last time modified: July 11, 2011, 10:10 p.m.

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