Fluch der Karibik - Fischpiraterie im 21. Jh
Die illegalen Machenschaften der Fischpiraterei und ihre globalen Ausmaße
- Politics & World Affairs
- 24/03/2010
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Im Zuge unserer zehntägigen Artikelreihe über die gegenwärtige Problematik der Überfischung bieten wir euch einige sehr interessante Themen, die euch zum Grübeln und Nachdenken anregen werden. Mir wurde der Auftrag gegeben eines der gravierendsten Probleme, mit der unsere Meeresbewohner zu kämpfen haben, zu behandeln und im Zuge dessen aufzuklären, was wirklich los ist auf den Weltmeeren.
Die sogenannte Fischpiraterie gibt es noch nicht sehr lange. Der Fischfang an sich hat sich erst in den letzten paar Jahrzenten so drastisch entwickelt, dass nebenher illegale Fischfangorganisationen entstanden sind, die ungefähr 30% des gesamten Fischfanges in einem Jahr ausmachen. Früher war das Handwerk des Fischfanges noch eine sehr lokale Sache. Fischkutter und kleine Boote sorgten für genug Fisch um sie an den Marktständen der Marktplätze kleiner Hafenstädte und -dörfer zu verkaufen, um damit die Familien der Fischer zu ernähren. Beutezüge durch tausende von Quadratkilometern von Ozean waren da noch Zukunftsmusik und unrealistisch. Doch was klein anfing, wurde nicht zuletzt durch Globalisierung, man nehme als Beispiel die blitzartige Verbreitung von Sushirestaurants, zu einem Milliardengeschäft. Riesige Schifffabriken mit monströsen Fangnetzen, sind heutzutage so konzipiert, die Beute schon auf dem Schiff einzufrieren oder zu verarbeiten, bevor sie überhaupt den Hafen erreicht. Der Grund dafür: Fisch hält nicht lange frisch und muss entweder eingefroren oder sofort konsumiert werden und angesichts der langen Strecken, die so ein Ozeanriese zurücklegen muss, hat man sich innovativerweise neue Methoden des Fischfangs ausgedacht.
Doch wie kommen jetzt die Fischpiraten ins Fangspiel? Lasst es mich ganz einfach erklären. Durch die Überfischung, die seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eines der Hauptprobleme der globalen Umweltzerstörung ist, haben sich viele mächtige Staaten (die mehr Meer haben als andere Staaten) dazu entschlossen die Weltmeere in Gebiete zu unterteilen, in denen Fischfang bis zu einer gewissen Menge in einer gewissen Zeit legal ist, damit Fischer die globalen Fischbestände etwas gezügelter vergewaltigen können. In manchen Staaten (z.B. Kanada) werden diese Gebiete strengstens kontrolliert und sind schier unfischbar, wenn die Erlaubnis der Regierung nicht existiert. In anderen Ländern jedoch (z.B. Westafrikanische Küstenstaaten), herrschen nicht so strenge Gesetze und die damit verbundenen Kontrollen, sodass illegale Fischtrawler (speziell konzipierte Fischereischiffe) ganze Küstenstriche leerfischen können. Getarnt unter sogenannten Billigfahnen* schlagen die kriminellen Fischer überall blitzschnell zu, durchkämmen alles nach Fischen und sind schneller weg als man "Illegaler Fischfang" sagen kann.
Riesige Berge voller Fisch gehen dadurch ins Netz der Illegalen, aber auch Wale, Haie, kleinere Meereslebewesen und sogar Möwen können versehentlich erbeutet werden. Die wirft man dann aber anschließend wieder tot ins Meer, weil sie nicht zu gebrauchen sind.
Schätzungsweise eine Millarde Dollar bringt das Geschäft der Fischpiraterie und neuen Schätzungen zufolge sogar sage und schreibe bis zu 7 Milliarden Dollar pro Jahr. Ein Geschäft das sich auf alle Fälle lohnt, aber zu welchem Preis? Dafür, dass Fischpiraten ein Großteil der Fischernte verantwortungsvollen Nationen, die erkannt haben, dass Überfischung ein großes ökologisches Problem darstellt und dem bewusst entgegensteuern wollen, einfach vor der Nase wegschnappen? Dafür, dass die Hintermänner der Fischpiraterie neben schwersten Naturschutzverletzungen auch unglaubliche Menschenrechtsverletzungen in ihren eigenen Reihen zu verantworten haben? Dafür, dass hart und ehrlich arbeitende Fischer dadurch den kürzeren ziehen müssen? Nein, definitiv nicht.
Die Plünderung der Weltmeere muss aufhören und der Fischfang im großen Stil erst recht.
*Billigfahnen: Jedes Schiff hat eine Fahne, sprich ein Land auf das es angemeldet ist. Die meisten Länder führen strenge Kontrollen durch, was ihre registrierten Schiffe betrifft und einige Länder tun das nicht. Billigfahnenländer sind unter anderem: Belize, Honduras, Panama, St. Vincent, Grenada oder Georgien.
last time modified: July 15, 2011, 7:05 a.m.

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