HC Straches Einmaleins der Ausländer
Straches neue Plakatreihe stürzt "uns" in eine Identitätskrise
- Creative Writing Blogging
- 11/06/2011
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HC Strache ist fleißig. Er schaut auf uns und kümmert sich unermüdlich um unsere Anliegen. Vorausgesetzt natürlich, „wir“ sind echte Österreicher!
Nun kommt seine neueste Errungenschaft im Kampf gegen die Reichen und Mächtigen. Nach „Abendland in Christenhand“-Plakaten zur EU-Parlamentswahl und „Wiener Blut “ beim Wiener Wahlkampf kommen jetzt neue Plakate von Strache und Konsorten.
Lange mussten wir ohne auskommen, doch nun ist sie endlich da: Die neueste Plakatkampagne der FPÖ verschönt ab sofort wieder Wiens Straßen. Und keine Sorge, sie richtet sich natürlich auch diesmal ausschließlich an uns Österreicher. Denn HC Strache sagt: „Unser Geld für unsere Leut‘“. Gut so.
Doch wer genau sind „unsere Leut“? Strache weiß das wohl selbst nicht so ganz genau. Einerseits will er die echten Österreicher (was auch immer das ist) vor zu vielen Fremden retten. Andererseits kann er zu Wahlkampfzeiten die Stimme von ehemaligen Ausländern ganz gut gebrauchen. So buhlte Strache beim Wien-Wahlkampf letztes Jahr intensiv um Wiener mit Migrationshintergrund. Natürlich legt der FPÖ-Chef hier Wert auf Differenzierung, denn: Im Kampf ums christliche Abendland zählen Moslems nicht. Daher beschränkte sich Straches Beutezug hauptsächlich auf Wiener mit serbischen und kroatischen Background. Die eigene Kultur zu behalten ist gütigerweise erlaubt. Aber natürlich müssen die ehemaligen Ausländer ihre Pflicht als österreichischer Staatsbürger erfüllen, das gleiche Wertesystem haben, sich als Österreicher fühlen und zu einem christlichen Europa bekennen, um in Straches Gunst zu stehen. Während Strache die serbische Gemeinde umgarnte, setzte er gezielt auf das Schüren von anti-islamischen Gefühlen. Das zieht halt nicht nur bei echten Österreichern. In Straches Welt wird also mit dreierlei Maß gemessen: da gibt es die Österreicher, die guten christlichen Ausländer und die bösen Ausländer, die Moslems. Für die ersten beiden Gruppen will Strache kämpfen, „weil er für uns ist“. Letztere möchte er lieber aus dem abendländischen Österreich verbannen. Im Hinblick auf den nächsten Wahlkampf kann mit Spannung erwartet werden, wer noch zu „uns“ ernannt wird, wenn es der Kampf um die Stimmen erfordert.
Die neu aufgehängten Plakate werden die Gemüter von so manchem erhitzen. Leider werden sich Einige in ihrer Überzeugung bestätigt sehen, dass „da HC“ der Einzige ist, der sich für sie einsetzt. Weil es Strache immer wieder schafft, den Leuten klar zu machen, dass gerade sie es sind, die die besseren Menschen sind. Die Fleißigeren, die Edleren. Die, für die man kämpfen muss. Und dass die anderen aus dem Land geschmissen gehören, weil sie faul sind oder kriminell. Oder der falschen Religion angehören.
Ein Kommentar von nudas_veritas
last time modified: July 14, 2011, 2:20 p.m.

Comments
Felix Häusler
14/06/2011 · report · direct link · reply
Eigentlich unnötig die Kampagne - die besten Umfrageergebnisse derzeit kommen ohne seine Anwesenheit zustande... Mad world
nudas_veritas
14/06/2011 · report · direct link · reply
Stimmt. Es is traurig...