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Huffington goes Germany

The Huffington Post expandiert ... und wie man hört, soll es demnächst schon eine deutschte Version der HuffPost geben.

#huffpost

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Als "The Huffington Post" 2005 startete, war es nur eine Online-Nachrichtenplattform, sechs Jahre später wurde es um 315 Mio. Dollar von AOL gekauft. Nun wird expandiert ... und wie man hört: nach Deutschland.

Credits: Arianna Huffington

www.google.at/url?source=imglanding&ct=img&q=http

Sie ist ein Beweis einer neuen Medienwelt: The Huffington Post ist sechs Jahre alt und hat mehr Leser und wahrscheinlich auch einen höheren Wert als all die alteingesessenen Medien, die immer öfter ums Überleben kämpfen müssen. Als Onlineplattform im Mai 2005 gestartet, entwickelte es sich zu einem Welterfolg: vor allem während des Präsidentschaftswahlkampf 2008 übernahm es eine sehr wichtige Rolle und schaffte immer öfter Exklusivmeldungen. Zuerst, 2008, wagte man sich mit Lokalversionen in Denver. Chicago, New York und L.A. unter die Leute um schließlich 2011mit Versionen für Kanada und Großbritannien auch international aufzutreten. Und wie jetzt bekannt wurde, soll neben einer französischen Version (Le Huffington Post) auch eine deutschsprachige HuffPost auf dem Bildschirm erscheinen.

9.000 Blogger

Ist das das Geheimrezept der HuffPost? Neben den Herausgebern (unter anderem: Arianna Huffington, eine griechisch-amerikanische Autorin und Journalistin) schreiben unglaubliche neuntausend Menschen für das Onlinemagazin. Dadurch wird nicht nur eine große Spannbreite an Themen abgedeckt werden, man erhält vor allem auch konträre Sichtpunkte zu verschiedenen Themen. 

In den kommenden sechs Monaten soll dann ein deutscher Ableger online gehen: das hat Jimmy Maymann gegenüber MEEDIA erklärt. Millionen Euronen werden dabei wohl (noch) nicht eingesetzt: laut Maymann werde man ungefähr ein Dutzend Mitarbeiter anstellen. Ob sie sich nebenbei noch auf die Suche nach Tausenden Gastbloggern machen, weiß man bisher aber noch nicht. Finanzieren soll sich die deutsche Huffington Post alleine durch Anzeigenverkäufe ... laut Angaben von AOL läuft die amerikanische Version der HuffPost profitabel.

Und kennt ihr TechCrunch? Die Onlineplattform, die ebenfalls unter der Dachfirma AOL aktiv ist, ist zumindest für mich die erste Anlaufstelle, wenn es um frische Startups, um Veränderungen in Facebook und Twitter und überhaupt um Technikkrams geht. Viel eher als z.B. Mashable, wo ich mich jetzt schon ein paar Mal gefragt habe, ob all die Themen wirklich ernst gemeint sind. Auch bei TechChrunch überlegt man einen deutschen Ableger, wobei das Hauptaugenmerk wohl auf die deutsche HuffPost gerichtet wird.

Eh super, aber ...

Huffington Post zeigt vor, wie es funktionieren kann. Klassische Medien, die ihre Arbeit immer mehr in den Onlinebereich verlagern, kommen dem ganzen wohl nicht mehr ganz nach, und sehen nur, wie Projekte á la HuffPost an ihnen vorbeirasen. Doch man sollte vor dem Start der deutschen Version einige Dinge bedenken.

1. Ist das Design einer Nachrichtenseite in Deutschland um einiges aufgeräumter als man es von den amerikanischen Seiten kennt. Selbst bild.de ist - entgegen der gedruckten Version - aufgeräumt. Für mich ist die Huffington Post hingegen (ähnlich der New York Times) sehr unübersichtlich und überladen. Da müsste man wohl wirklich etwas daran ändern.

2. Braucht man für so etwas Geld. Etwas Halbgares abzuliefern bringt wohl niemandem etwas: die deutsche Huffington Post könnte groß werden ... richtig groß. Ein unabhängiges Medienunternehmen (wobei es, dank dem Aufkauf durch AOL, in Wahrheit eh schon nicht mehr unabhängig ist) würde Deutschland (und vor allem Österreich!) sehr gut tun. Da reichen 12 Mitarbeiter nicht, so läuft das Geschäft mit den Medien, selbst in Deutschland, noch nicht ab.

3. Die Huffington Post Deutschland muss sich irgendetwas suchen, wie sie sich von anderen Medien abheben kann. Ich finde zum Beispiel, dass die Wochenzeitung DerFreitag schon sehr innovativ mit Blogbeiträgen von Usern arbeiten und so einen hohen Anteil user generated content aufweisen kann. Man muss sich abheben, weil nur das schätzungweise hundertste Onlinemedium zu sein hilft Huffington Post auch nicht zum Erfolg.

Lassen wir sie mal machen

Spätestens zu Beginn des 2. Quartals 2012 soll die Huffington Post endlich deutsch sprechen. Man könnte zwar jetzt schon darüber motzen, wie sinnlos die ganze Sache ist. Oder sie in den Himmel lobe, weil endlich mal was Cooles nach Deutschland kommt. Aber eigentlich muss man jetzt warten: Erst das Resultat wird zeigen, ob sich die Anstrengungen gelohnt haben. Was ich mir jedoch weiter wünsche: Ableger für die Schweiz und natürlich auch für Österreich ... weil für Letzteres würde sogar ich hin und wieder mal schreiben. *hust*

Ich kann hingegen die Idee der Internationalisierung von AOLs Inhaltsangebote unterstützen. Sehr schön zu sehen, dass aus rasant wachsenden Medienunternehmen in den USA international agierende Mediennetzwerke werden könnten. Der Erfolg soll ihnen weiterhin hold sein. 

last time modified: Nov. 2, 2011, 1:45 p.m.

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Comments

Alma Zcimonisak

Alma Zcimonisak Studentin an der FH Wr. Neustadt

02/11/2011 · report · direct link · reply

1+ [1]

Grundsätzlich würde ich meinen, ein weiteres Medium ist immer eine begrüßenswerte Nachricht. Auf der anderen Seite ist halt fraglich, in wie weit die wirklich und aktiv etwas zur europäischen Medienlandschaft beitragen können. Unabhängigkeit ist ja seit der AOL sowieso nicht vorhanden..

StockimEisen

StockimEisen

02/11/2011 · report · direct link · reply

1+ [1]

Is doch ähnlich wie bei Techcrunch! (Seit die von AOL übernommen wurden, ist ihr gesamter, mühsam über viele Jahre aufgebauter Einfluss auf die globale Startup Szene eigentlich kaum mehr Ernst zu nehmen.) Wir werden sehen!

Tob

Tob

02/11/2011 · report · direct link · reply

1+ [1]

Ich bin etwas skeptisch, ob das funktionieren wird, bzw ob es von den Lesern angenommen wird. Schließlich ist die deutsche Medienkultur doch eine andere, als die der Vereinigten Staaten.

Dominik Leitner

Dominik Leitner Medienmanagement-Student an der FH St. Pölten

02/11/2011 · report · direct link · reply

0+ [0]

Genau das wird spannend zu beobachten sein: Passt ein Medium nach amerikanischem Vorbild in die deutsche Medienlandschaft? Dass man es aber versucht halte ich persönlich schon für einen mutigen Schritt.