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Invasion der Quallen

Die Überfischung der Ozeane hat auch schwerwiegende ökologische Konsequenzen..

Dass unsere Ozeane überfischt sind, ist inzwischen allgemein bekannt. Außer mehr oder weniger engagierte Umweltschützer und leidenschaftliche Fischesser kratzt dies jedoch leider nach wie vor kaum jemanden. Was die meisten allerdings nicht wissen: Das Fehlen der schuppigen Meeresbewohner wird früher oder später ein katastrophales Ungleichgewicht der Unterwasserpopulation zur Folge haben. Die ersten Auswirkungen zeigen sich bereits, und sind sowohl für die Forscher als auch den durchschnittlichen Strandurlauber äußerst unangenehm.

Denn laut einiger Forscher führt das Wegfischen der Meeresräuber in Kombination mit der steigenden Wassertemperatur zu einer regelrechten Invasion einer der beliebtesten Tierarten der Menschheit: Den Quallen. In diversen Studien konnten Wissenschaftler nämlich feststellen, dass sie besonders dort häufig aufgetreten sind, wo die Bestände an Speisefischen wie zum Beispiel Sardinen und Heringe stark zurückgegangen sind. Eine logische Konsequenz, wenn man bedenkt, dass sie sich schließlich ohne ihre natürlichen Feinde mühelos vermehren und ausbreiten können.

Im Jahr 2006 kamen laut BBC-Online bereits 30.000 Urlauber am Mittelmeer in schmerzhaften Kontakt mit den Nesseltieren, Tendenz weiterhin stark steigend. In einigen Regionen Spaniens wurden sogar schon bis zu 10 Tiere pro Quadratmeter gemessen. Eine Freude für jeden Schwimmer ist auch der Benguela-Strom vor der Küste Namibias, einer der am stärksten überfischten Regionen der Welt, wo jährlich etwa eine Million Tonnen Fisch aus dem Wasser geholt werden - herzlich wenig im Gegensatz zu den 17 Millionen Tonnen in den 1970er Jahren. Dafür bringen es die Quallen in jener Gegend bereits fast auf das vierfache an Biomasse als der aktuelle Fischbestand, der sich noch im Wasser befindet.


Doch was sind nun im Klartext die direkten Konsequenzen, die sich aus diesem Problem ergeben?

Zum Ersten vermuten Forscher, dass die große Quallenpopulation die Erholung der Fischbestände nicht nur nicht begünstigt, sondern sogar verhindern könnte, denn die Nesseltierchen fressen die gleiche Nahrung und zusätzlich auch noch Fischeier und Larven. "Dies ist eine tiefgreifende Veränderung im Ökosystem, die mögliche Folgen für den Kohlenstoffkreislauf und auf die Erholung der Fischbestände haben könnte", so ein Forscherteam im Current Biology.

Negative Einwirkungen werden sich vor allem auch im Tourismus bemerkbar machen. Stark betroffene Gegenden werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit hohen Einbußen zu kämpfen haben, denn wer möchte schon seinen Sommerurlaub an einem Strand verbringen, an dem die Quallen verstreut sind wie Pferdeäpfel am Stephansplatz? Ich bestimmt nicht. Und ans Schwimmen ist da erst gar nicht zu denken.

Da der Fischereiindustrie ein Ablaufdatum gesetzt ist, wenn sich nicht schlagartig etwas ändert, wird ebenfalls schon nach nahrungstechnischen Alternativen zu Fisch gesucht. Neben bereits bewährtem Tintenfisch und schon von den Azteken verspeisten Algen soll uns in Zukunft wie in Japan auch der Überschuss an Quallen satt machen. Schmackhaft sind sie zwar nicht besonders, enthalten aber viele wichtige Nährstoffe. Aber an die Vorstellung müssen wir uns wohl erst gewöhnen.

Na dann guten Appettit!
Eure Gwen

 

last time modified: July 14, 2011, 11:25 a.m.

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