Schuluniformen
Pros und Contras einer uneinheitlichen Einheitsmode
- Lifestyle Fashion
- 01/05/2010
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In heißen (damit sei buchstäblich die Temperatur gemeint), glitschigen, aber gut gefüllten nordenglischen Clubs zahlt man mancher Tage bzw. Nächte weniger Eintritt und bekommt einen Getränkegutschein, wenn man in traditioneller Schuluniform aufkreuzt. Glücklich zwar darüber, dass man das zu dieser Zeit schon abgelegt hat (denn in den Clubs ist man über 18, studiert und lebt ein ungezwungenes, kleiderordnungsloses Leben), wirft man sich in die Schale des einheitlichen Dress Codes. Nur die nicht englischen Menschenkinder, die keine Uniform zu bieten haben, zahlen die paar Pfunde mehr und kaufen sich ihr Cider selbst.
Großbritannien zählt zu den bekanntesten Ländern Europas, die so strikte Schuluniformen führen. Aber auch in Frankreich war es früher üblich, Kinder in schwarzer Tracht zu ihrer Bildungsstätte zu schicken. Heute gibt es an manchen Schulen in Deutschland noch solcherlei Uniformen, eine einheitliche Regelung darüber, wie eine solche aussehen soll, allerdings nicht. In der benachbarten Schweiz gibt es ebenfalls Projekte, aber keine gesetzliche Vereinbarung. Außer in Großbritannien sind es also nur die außereuropäischen Länder wie China oder Japan, die uns Anlass dazu bieten, über die Kleidervorschrift Schuluniformen zu diskutieren.
Es beraube die Jugend ihrer Individualität, so heißt es. Es sei ein staatlicher Eingriff in das Mitbestimmungsrecht der Eltern und Kinder. Es beende keine Konkurrenzkämpfe, sondern verlagere sie nur, heißt es. Darüber hinaus fördere es die Geschlechterrolle (Mädchen: Röcke, Burschen: Hosen, etc. -ohne Alternativen) und sei eine teure Angelegenheit, weil man sich nicht einig ist, wer die Kosten der Anschaffung bzw Erhaltung der Uniformen übernehmen soll. Auf der anderen Seite dürfe man den praktischen Nutzen nicht außer Acht lassen. Man sagt, Schuluniformen prägen das Gemeinschaftsgefühl und fördern die Individualität in der Hinsicht, dass man nicht auf sein Äußeres die größte Konzentration legt, sondern seinen Charakter stärkt. Es heißt, Kinder können sich besser konzentrieren und lernen effektiver, wenn sie einheitlich gekleidet sind. Es heißt auch, sie seien rückschtsvoller als jene, die keine Gemeinschaftsbekleidung tragen. Außerdem ginge man von dem Druck weg, sich auf Markenkleidung zu fixieren.
Auf die Frage, ob er Schuluniformen gut findet oder nicht, antwortet ein englischer Student mit einem nicht allzu nachdenklichen Schulterzucken (und begibt sich mit mir auf die Suche nach einem weißen Hemd und einer Krawatte, um mich vielleicht doch gratis in den Club zu schleusen....).
last time modified: July 15, 2011, 1:45 p.m.


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