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Title Image Of Skykitchen (Re)Opening am 09.09.09

Skykitchen (Re)Opening am 09.09.09

Bald ist es soweit!

Wie nach dem halben Dutzend, auf Neudeutsch sogenannter "Closing-Partys", kommt jetzt die "Re-Opening-Party"? In der Tat. Nach langem Rätselraten ist es inzwischen offiziell: Am Mittwoch dem 9. September feiert die Skykitchen ihre lang erwartete Wiederkehr. Am Donnerstag dem 10. September startet dann die neue Clubbing-Serie "RnB-House", die wöchentlich um 22 Uhr Latinos und andere Vollblüter aus ganz Wien anlocken soll. Der Freitag kann sich aber wieder sehen lassen: Dancing Star und Model Gitta Saxx legt beim "Kitchen-Club" am 11. September auf. Regulär startet der Samstags-Betrieb mit Beats à la Minimal und Electro.

Wo - fragt man sich, angesichts der wilden Gerüchte, die sich um eine eventuelle Location unter anderem in der inneren Stadt, gerankt haben - ist denn jetzt die neue Adresse? Nach all den Geschichten über das baufällige Gebäude der Niederösterreichischen Versicherung, dessen Renovierung teurer sein sollte als ein Umzug. Und nach der klaren Ansage zur Eröffnung am 11. September 2008, dass die Skykitchen ein Club auf Zeit sei - tanzen für 6 Monate, das war der Plan. Kürzlich dann die "Überraschung": Die "neue" Location der beiden Betreiber Clemens Jahn und Frederic Mann ist auch die „alte". Roßauer Lände 47-49. Dort soll im Sommer aber ordentlich renoviert worden sein: „Es ist eigentlich alles neu. Wir haben jetzt die Möglichkeit einen Teil des Clubs separat zu öffnen. Außerdem wurde eine neue Sound-Anlage installiert, es gibt eine zusätzliche Cocktail-Bar sowie neue Sanitäranlagen", freut sich Club-Macher Frederic Mann.

Dass ein Projekt wie die Skykitchen in Wien überhaupt realisiert werden konnte, ist eigentlich ungewöhnlich. Wir sind hier ja nicht in Berlin. Dass die beiden WU-Studenten Mann und Jahn, die einander beim Ausgehen kennen gelernt haben, tatsächlich umsetzen konnten, wovon viele nach ein paar Bier reden, ist mehreren Umständen zu verdanken: Mann, der früher bei der Eventagentur Hirzberger arbeitete, ist freier Mitarbeiter bei der Immobilienfirma „conwert", der das leere Haus gehört. Weshalb Mann wusste, dass das frühere Büro der Niederösterreichischen Versicherung nach dem Scheitern eines Hotel-Deals sechs Monate unbenutzt sein würde. Sein Vorschlag, in dieser Zeit ein Geschoß als Club zu nutzen, fand beim geschäftsführenden conwert-Direktor Andreas Nittel Anklang: „Immerhin bekommen wir so etwas Miete".

Die Skykitchen nahm ihren Namen bisher wörtlich: Das DJ-Pult war in einer Küchenzeile untergebracht - die Mikrowellen blinkten im Rhythmus der Musik. Und die Aufzüge, welche maximal 350 Gäste befördern - nachdem diese bei den „eher strengen Türstehern" vorbei sind - wurden als Eiskästen gestaltet. Insgesamt hat der Club eine große Tanzfläche und zwei Lounge-Bereiche. Besonderheiten sind der schöne Ausblick, wobei der von den Veranstaltern angepriesene Blick auf den Kahlenberg nachts nicht wirklich vorhanden ist, und ein Doppelsitz-WC für Damen. Ob sie den beibehalten haben?

Die Betreiber der Skykitchen haben in verschiedenen Bereichen neue Maßstäbe gesetzt: So haben sie bewiesen, dass es auch in Wien möglich ist, was in anderen Metropolen gang und gebe ist. Trotz der Wiener Bürokratie und der Österreichischen Beamtenwirtschaft konnten sie eine Diskothek in ein "baufälliges" Bürogebäude bringen. Außerdem haben sie mit ihrem Marketing 2008 die Werbung für derartige Etablissements auf eine neue Ebene gebracht. Vor der Skykitchen hat niemand in Wien das Internet und seine Möglichkeiten derart für Werbung eingesetzt. Clemens Jahn und Frederic Mann hatten es geschafft, dass zur Eröffnung, alleine auf Facebook 1300 Zusagen abgegeben worden sind. Für einen Club, der für maximal 350 Gäste bestimmt ist, eine Meisterleistung. So hatten sie beispielsweise auf Facebook über ein halbes Jahr vor der offiziellen Eröffnung Gruppen gegründet und Werbung platziert. Ich weiß noch genau, wie ich damals dachte: "Ach Gott, schon wieder dieser Astronaut und diese Skykitchen!" Damals wusste ich noch nicht einmal, dass dies ein Club werden sollte.

Nach der fulminanten Eröffnung, die sich über mehrere Tage und eine "Press-Release-Party", ein "Pre-Opening" und das "Official-Opening" erstreckte, fiel das Niveau allerdings. Die Skykitchen wurde zu einer "After-Party-Location". Und war darin allerdings wirklich gut. Man kam um 4 Uhr in der Früh und ging um halb elf am Vormittag. Dieses Segment war in Wien außerdem überhaupt nicht abgedeckt: außer ein Paar versiffte Lokale wie das Goodmans, gab es eigentlich nichts. Und wenn man im Goodmans landet, hat man an dem Abend meistens irgendetwas falsch gemacht.

Leider hielt auch das nicht ewig. Denn offenbar war das bunte Party-Volk, das bis in den späten Vormittag über dem Donau-Kanal sein Unwesen trieb, irgendwann dem ein oder anderen Wiener Beamten zu viel. Jedenfalls wurde die Sperrstunde auf 7 Uhr und damit wesentlich herabgesetzt. Auch hier gab es wilde Gerüchte über Schutzgeld oder Bestechungszahlungen. Bewiesen und offiziell kommentiert wurde allerdings Nichts. Dann wurde es zeitweise ruhiger um die Skykitchen. Bis es zu dem halben Dutzen "Closing-Partys" kam.

Wir sind also alle gespannt wie es weitergeht am 09.09.09. Die Werbung hält sich dieses Jahr, wenigstens verhältnismäßig, stark in Grenzen. Aber vielleicht wollen die beiden Betreiber es heuer etwas ruhiger angehen lassen. Um dann länger in den oberen Rängen mitzuspielen..?

 

last time modified: July 15, 2011, 10:50 a.m.

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