Sonntag = Fledermaustag
Das Cabaret Fledermaus beherrscht jeden Sonntag die Wiener Nightlifeszene. Ein Blick hinter die Kulissen.
- Lifestyle
- 07/02/2010
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Auch wenn Wien eine ziemlich große Nightlife-Szene besitzt und die Lokale auf die „typischen“ Fortgeh-Tage relativ fair aufgeteilt sind, muss man feststellen, dass der Sonntag einzig und allein einem Lokal gehört: Die Fledermaus.
Das „Clubbing“ Freak Out, das jeden Sonntag über die Bühne geht, ist vom Wiener Nachtleben nicht mehr wegzudenken. Es ist ein Treff für junge und junggebliebene Leute, Freaks, Nerds, Indie-Menschen und Partytiger. Die Musik lässt sich definieren durch einen Mix aus 60s, 70s, 80s und 90s Rock und Indie-Musik.
Um den ganzen Spaß genießen zu können muss man sich aber erst einmal mindestens eine halbe Stunde lang in der Schlange, die von der Fledermaus in der Spiegelgasse bis hin zum Graben reicht, anstellen. Diese Wartezeit wird durch das heutzutage lächerliche Eintrittsgeld von fünf Euro wieder wettgemacht.
Ein reges Treiben wird einem zuteil, wenn man die Stufen runter in den mittleren Bereich des Lokals gelangt. Es gibt gratis Internet, das aber selten benutzt wird, eine Sitznische und eine kleine Bar. Hier muss man sich entscheiden, ob man nach links oder nach rechts geht. Links gibt es den Mainfloor und rechts einen etwas kleineren Floor. Die beiden Floors verbindet eben dieser mittlere Teil mit den Stiegen und ein Flur der an der Rückseite des Lokals lokalisiert ist und Garderobe und WCs beherbergt.
Schlecht ist es, im Winter hierher zu kommen, denn der garantiert schlimmste Teil des Abends spielt sich bei der Garderobe ab. Gefühlte 10.000 Menschen drängeln, zerren und stoßen sich den Weg zu einem der begehrten Garderobencoupons frei, und man kommt sich vor wie auf einem Festival, mit dem Unterschied, dass die Leute alle mies drauf sind. Hat man die Tortur im 2,5 Meter breiten Gang überstanden, kann der Abend nur noch besser werden.
Der Fledermäusler trinkt zum Einstieg gerne einen weißen Spritzer, zumal der Sonntags immer nur zwei Euro kostet und mit Eis relativ erfrischend ist. Die Stimmung im Hauptfloor ist am kochen, das Thermometer macht es der Stimmung nach und alle schwingen das Tanzbein zu den Hits, zu denen sie möglicherweise gezeugt wurden. Im Gegensatz zum Hauptfloor ist der Nebenfloor aber immer angenehm leerer, so dass man dort gemütlich seinen Schweiß trocknen lassen kann.
Letztendlich fällt es auf, dass die Leute, die am Ruhetag fett abfeiern und am Montag in der Früh auf ihre Verpflichtungen pfeifen, sich alle auffällig ähnlich sehen. Eine überdurchschnittlich hohe Rate an Stirnfransenfrisuren und Hornbrillen bei den Mädchen und erstaunlich viele Stirnbänder und enge Jeans bei den Burschen lassen darauf schließen, dass der Indie-Funke bei den meisten übergesprungen ist. Individuell ist zwar nichts, aber gut gelaunt ist alles.
FAZIT Freak Out: Unglaublich lange Wartezeiten bei Eingang und Garderobe (kann die Laune vermiesen), moderate Preise, großes Stammpublikum, gute Stimmung, Musik in Ordnung, viel zu heiß, 0815-Style.
last time modified: July 14, 2011, 2:50 p.m.

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