Szene Wien - Ein Review
Die Szene Wien ist eines der renommiertesten Alternative-Lokale der Welt. Wusstet ihr das?
- Lifestyle
- 24/01/2010
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Nicht viele Geschichten und Legenden ranken sich um die Szene Wien. Kein Wunder, zumal der "Club", oder besser gesagt Veranstaltungsort, eine alternative Funktion unter den Bühnen Wiens übernimmt, aber leider am sprichwörtlichen Arsch der Welt liegt. Oftmals hört man auf die Frage, ob man die Szene kenne, ein "Naa!", was musikalisch und, logischerweise, auch szenentechnisch betrachtet sehr schade ist. Denn im Gegensatz zur Szene Wien können nicht alle Konzerthäuser auf so eine lange und vielfältige Liste von Künstlern, Bands und Veranstaltungen, die sich abseits der schillerndern Musikunterhaltungsindustrie bewegen, hinweisen.
Früher noch zur Wiener Stadthalle gehörend, erfuhr die Location 2008 einen Besitzerwechsel, der nicht ganz so still verlief. Muff Sopper, seines Zeichens Veranstalter und ehemaliger Inhaber des Planet Music (früher Rockhouse, jetzt abgerissen) erwarb damals mit einem Schlag die BA-CA Halle im Gasometer und die Szene. Daraufhin wurden von Szeneliebhabern eine Petition für den Wiedererwerb der Szene durch die Stadt Wien gestartet, da man glaubte Sopper würde das Szene-Team feuern und die Philosophie der Location, nämlich alternativ zu bleiben, durch eine Mainstream-Ideologie ersetzen.
Nun, ich besuche die Szene schon seit einigen Jahren und stand schon mehrmals sowohl im Zuschauerraum als auch auf der Bühne. Und es hat sich meiner Meinung nach Nichts verändert. Zumindest nach außen Nichts, wo man sagen könnte "Das war früher besser!"
Es ist noch immer derselbe 10-minütige Fußweg von der U3 Station Enkplatz, dieselbe unscheinbare Fassade, dasselbe sympathische Foyer, dieselben sauberen Klos, dieselben coolen Backstageräume mit Aussicht auf denselben, im Sommer oft benutzten Garten, dasselbe rege Treiben an derselben großen Bar und derselbe Gössermuskel des bärtigen Mannes, der dort immer an der Ecke sitzt.
In die kleine aber feine Halle passen gut 600-700 Menschen, und die Bühnen- und Soundanlage sind absolut in Ordnung. Absolut in Ordnung sind auch die Veranstaltungen, die dort tagein, tagaus von verschiedensten Genres, von Weltmusik bis hin zu Indie-Rock geboten werden. Absolut nicht in Ordnung ist aber auch die Tatsache, dass die Szene von der Stadt Wien für diverse Veranstaltungen, die zur Förderung der österreichischen Musiklandschaft dienen, Subventionen erhält, sich für diese aber so gut wie gar nicht einsetzt und keine Werbung macht, sodass macnhmal mehr Leute auf der Bühne als im Publikum stehen. Tontechniker, die sich schon am Nachmittag mit Whiskey zusaufen, sind auch suboptimal.
Wer aber dennoch alternative Acts, passend zu einer alternativen Geldbörse erleben will, der sollte schleunigst auf der Wienkarte nachsehen, wo die Szene ist, und da auch hingehen!
last time modified: July 15, 2011, 1 a.m.

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