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Thor – der absolute Hammer

Regisseur Kenneth Branagh ist es gelungen, aus einer lächerlichen Story einen auf ganzer Linie überzeugenden Action-Film in 3D zu basteln – Respekt!

Zugegeben: Die Vorzeichen für „Thor“ waren nicht die besten. Die x-te Comicverfilmung von einem Regisseur, der bisher vor allem mit Shakespeare-Adaptionen von sich reden machte. Noch dazu mit einem weitgehend unbekannten australischen TV-Schauspieler in der Hauptrolle. Kann das gut gehen? So viel vorweg: Ja, es kann.

Chris Hemsworth bringt nicht nur die körperliche Muskel-Opulenz mit, die man sich von einem Hammer-schwingenden Donnergott erwarten darf, sondern kann auch schauspielerisch überzeugen. Kenneth Branaghs Inszenierung ist visuell beeindruckend, der 3D Effekt setzt die richtigen Akzente ohne überstrapaziert zu wirken, und der wuchtige Orchester- Soundtrack rundet das epische Spektakel zusätzlich ab.

„Thor“ beginnt in Asgard, der Heimat des Protagonisten, und zieht gleich am Anfang alle technischen Register. Die computeranimierte Götterwelt sieht absolut fantastisch aus. Odin (grandios: Anthony Hopkins) erhält hier seit vielen Jahren einen fragilen Frieden mit den Eisriesen, der Widersacher Asgards, und unterrichtet seine beiden Söhne Thor und Loki in göttlichen Tugenden. Thor ist der auserwählte Nachfolger des „Allvaters“ Odin, fällt jedoch wegen eines hitzköpfigen Angriffs auf die Eisriesen in Ungnade. Odin, erzürnt über den Ungehorsam des Sohnes, entzieht Thor seine göttlichen Kräfte und verbannt ihn nach Midgard – unsere Erde.

 

"Ist das einer von Stark?"


Hier entdeckt der Film seine lustige Seite: Thor, jetzt ein gewöhnlicher Sterblicher, muss sich erst mit den Gepflogenheiten in „Midgard“ abfinden. Momente wie eine Prügelei bei seinem ersten Krankenhaus-Aufenthalt, weil ihm ein Arzt Blut abnehmen will („Du wagst es, den Sohn Odins anzufassen?!“) sorgen für reichlich Lacher. Der Witz der zweiten Filmhälfte täuscht darüber hinweg, dass sich in puncto Story nicht mehr viel tut und die menschlichen Charaktere etwas unterentwickelt wirken. Thor wird auf der Suche nach seinem Hammer und der Wiedererlangung seiner göttlichen Kräfte von einem Forscherteam begleitet, deren Chefin von Natalie Portman gespielt wird. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, den blonden Muskelmann anzuhimmeln und öde „intelligentes-aber-total-schüchternes-Mädchen“-Klischees zu erfüllen. Warum eine derart eindimensionale Rolle mit dem „Black Swan“-Star besetzt wurde, bleibt das große Rätsel dieses Films.

Sehr schön zu sehen ist hingegen, dass sich Fanboys und -girls über einige Zitate anderer Comics und deren Verfilmungen aus dem Marvel-Universum freuen dürfen. So gibt es etwa ein Wiedersehen mit Clark Gregg als Agent Coulson der „S.H.I.E.L.D.“- Organisation, seiner Rolle aus „Iron Man“. Als ein Destroyer aus Asgard auf der Erde landet, stellt ein anderer Agent die Frage: „Ist das einer von Stark?“ Gemeint ist Tony Stark alias Iron Man.

Mit derlei Heiterkeiten arbeitet sich der Film zu seinem Höhepunkt vor, der Konfrontation von Thor mit seinem eifersüchtigen Bruder Loki, der seiner statt den Thron von Asgard bestiegen hat. Der Film nimmt nochmals Fahrt auf und ergeht sich in einem Special-Effects Feuerwerk par excellance. Der 3D-Effekt, der sich über weite Teile des Films nobel zurückhält und lediglich für ein plastisch-tiefes Bild sorgt, darf wieder auftrumpfen. Am Ende bleibt die Feststellung, dass es Kenneth Branagh gelungen ist, aus einer wenig anspruchsvollen Superhelden/Götter-Geschichte einen Film zu basteln, der es schafft, über die gesamte Länge zu unterhalten. Was kann man mehr von einer Comicverfilmung verlangen?

 

hyder out.

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last time modified: July 14, 2011, 4:15 p.m.

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