Tim & Struppi à la mode
Tim und Struppi auf Entdeckungsreise in englische Verarbeitungstechniken und die Welt der Mode
- Lifestyle Fashion
- 29/10/2011
- 604
- 0
- 3
- http://ngrap.es/pBFd
Der Einfluss des Filmes „The Adventures of TinTin – the Secret of the Unicorn“ schlägt nicht nur in die Kreise der Abenteurer unter uns, sondern auch in die der Modebranche. Ereignisse wie Filmneuerscheinungen übten immer schon mehr oder weniger großen Einfluss auf die Modetrends aus. Im Speziellen Nominierungsverdächtige Blockbuster erreichen viele Menschen, erreichen Nischen sowie Massen, in Bezug auf Fanartikel, Bewusstmachung der Thematik, etc. etc., haben also ähnlich zur Mode innerhalb einer kurzen Zeit ein großes Spektrum an Reichbarkeit.
In Belgien, dem Ursprungsland der Abenteuer von Tim&Struppi, wurde der Film zum ersten Mal gezeigt, bereits am 10.Oktober 2011. Seit gestern kann man ihn in österreichischen Kinos begutachten. Knapp vor Weihnachten soll der junge rothaarige Reporter in 3D dann den Rest des Globus eingenommen haben – selbst in den USA erst Ende Dezember, die damit keinen Release-Vorteil genießen, womit dieser Spielberg Film eigentlich eine Ausnahme darstellt. Von der Existenz des Filmes und dessen Produktion weiß man allerdings schon lange bescheid. Die wohl weltbekannteste Trendforscherin Li Edelkoort ließ die Geschichte Tim&Struppis sogar in eines ihrer Trendthemen für den Winter 2012/13 miteinfließen. Im Juni im Rahmen des Festivals for Fashion and Photography prophezeite sie in ihrem Seminar im Sofitel Hotel am Schwedenplatz den modischen Einfluss des Filmes voraus. Und das nicht nur im Bereich der Herrenmode, sondern sogar eher ausgelegt auf den Sektor der Damenmode.
Wie sieht diese Trenderstellung also konkret aus? Welche Elemente eines animierten Filmes lassen sich umschreiben auf kleidungstechnische Details und Neuheiten? Diese Sachen genau zu erfahren, kostet pro halbe Stunde etwa 50Euro. Bei Li Edelkoort. Hier auf Newsgrape ein kurzes Update umsonst: Der Look, den Tim präsentiert, ist ja im Prinzip ein sehr klassischer. Er bedient sich traditioneller englischer und französischer Herrenschneidertechniken und –formen, trägt Trenchcoats und Poloshirts, trägt Knickerbockerhosen und englische kappen. Auch die Farben spielen nicht mit Extravaganzen: Rotbraun und Beige für Hosen und Mäntel, weiß für das Hemd und die hohen Socken (weiße, sichtbare Socken –allerdings nicht in Sandalen. Also auch kein klischeehafter FauxPas)... Die Pulloverfarben wechseln mit den Ausschnittsformen zwischen grellem Hellblau und gelb – womit die das experimentellste Kleidungsstück von Tim darstellen. Abgewandelt könnte dies einfach so zu deuten sein, dass in der Mode ein Merkmal auf klassische Formen gelegt wird, traditionelle Verarbeitungstechniken wieder aufgegriffen werden und eine Nuance eines Dandytums der 1920er Jahre zu spüren ist – der Zeit, in der Hergé (mit bürgerlichem Namen Georges Prosper Remi) seinen Helden erstmals auf Papier brachte. Auch die wieder entflammte Idee eines Retroschicks zeichnet sich ab – die Häupter der jungen Männer werden vielleicht bald schon wieder von einer adaptierten Haartolle geschmückt sein. Es geht darum, sich subtil elegant, aber unauffällig zu kleiden und zu stylen. Die Zeit der neonpinken Röhrenhosenträger ist vorbei, die Zeit der glaslosen Nerdbrillen auch. Ein anderes Bewusstsein wird an den Tag gelegt werden.
In diesem Sinne ist dies hier keine Kinoempfehlung, allerdings ein Appell an bewusstes Wahrnehmen von Bekleidungscodes und deren Veränderung, auch wenn es in den Augenblicken der Beobachtung nur Tendenzen sind. Ereignisse aller Arten sind global und beeinflussen naheliegende und ferne Bereiche. Aber wenn euch die Geschichte von Tim und Struppi sonst wo vorbei geht, zünde ich vielleicht mit dem Aufzeigen des Filmes Melancholia mehr Ideen zur Veränderung (Brautmode?)... Es gibt ja bekanntlich immer mehrere Trendströmungen, die parallel zueinander laufen.
last time modified: Oct. 29, 2011, 2:39 p.m.




Comments