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Zehn Tage für mehr Meer

10 Redakteure, 10 Tage und 10 Artikel ganz im Zeichen unserer Ozeane - das Editorial als Einleitung.

 

Liebe Leser,

Wir vertreten den Standpunkt, dass es besser ist, Probleme anzuprangern, als sie stillschweigend hinzunehmen und tatenlos mit anzusehen. Auch wenn es unvermeidbar scheint, oder schon beschlossene Sache ist, werden wir nicht ruhen, uns fügen und dem Schicksal ergeben - wir werden bis zum letzten Moment für das Richtige eintreten. Und um euch ein Beispiel für unsere Hingabe zu bieten, starten wir nun mit einem 10-tägigem Spezial, das sich ganz der guten Sache widmet.

Wir haben recherchiert und überlegt, welche Thematik wichtig genug ist, dass wir ihr 10 Tage und 10 Artikel widmen wollen. Schnell ist uns aufgefallen, dass es da etwas gibt, dessen schiere Größe überzeugt; 70% der Welt sind mit ihnen bedeckt, die ersten mehrzelligen Organismen schwammen dort herum, für die Menschheit gab es nie eine größere und wichtigere Nahrungsquelle und kaum etwas, dass so viele Fragen aufwarf - vom Bermuda-Dreieck oder dem Ende der Welt - unsere Ozeane.

Es ist sich hoffentlich jedem bewusst, dass der Erde zur Mitte dieses Jahrhunderts radikale Änderungen bevorstehen und es wäre ignorant, die Augen davor zu verschließen. Es sind Probleme von wahrhaftig globalem Ausmaß, an denen die Generation unserer Eltern Schuld trägt, die aber unsere Generation nun zu spüren bekommen wird.

Sei es nun die Erderwärmung und der Klimawandel, sei es, dass unsere Erdöl-Reserven nur noch wenige Jahrzehnte reichen oder die fortschreitende Abnahme der weltweiten Trinkwasser-Reserven, sei es die drohende Überbevölkerung oder viel mehr, weil all diese Faktoren zusammentreffen und einander gegenseitig hochschaukeln; am Ende des 21. Jahrhunderts wird alles anders sein.

Aber während es die Tabak-Industrie bis in die späten 90er Jahre geschafft hat, "wissenschaftliche" Studien zu veröffentlichen, um zu beweisen, dass Tabak-Konsum und Krebs "doch nichts mit einander zu tun haben", braucht uns heutzutage niemand mehr zu erzählen, dass weiterhin alles wie gehabt sein wird, wenn die Menschheit zur Mitte dieses Jahrhunderts 9 Milliarden Individuen erreicht haben wird und auch wenn unsere Ressourcen zu Ende gehen, alle friedlich auf die Nutzung ihrer Klimaanlagen und Autos verzichten werden.

Im Zuge unserer Recherche sind wir auf ein Paradoxon gestoßen, dem wir uns in einer mehrtägigen Spezial-Ausgabe ausführlich widmen werden: Einiges deutet darauf hin, dass die Menschheit derzeit alles in ihrer Macht stehende unternehmen würde, um in wenigen Jahren - wenn wir die Konsequenzen der Verschmutzung der Atmosphäre und der Ausbeutung unserer letzten Rohstoffe spüren und gleichzeitig mit einer Überbevölkerungen und Trinkwasser-Mangel sondergleichen zu kämpfen haben werden - auch noch die größte und wichtigste Nahrungsquelle unserer Spezies irreversibel vernichtet zu haben: die Ozeane.

Critics.at wird sich nun 10 Tage lang ausführlich mit dem Thema beschäftigen; beginnend mit einem Bericht über den Film "The End of the Line", eine Verfilmung des gleichnamigen Buches von Charles Clover. Wir beginnen mit dieser Film-Empfehlung, um euch die Chance zu geben, mit uns in die Tiefen der Ozeane einzutauchen. Jeder unserer Redakteure hat sich eines der Schlüsselthemen vorgenommen, recherchiert und analysiert um objektiv und nur für euch darüber zu berichten.

Es soll ja Politiker geben, die meinen, es sei besser der Öffentlichkeit nicht vor Augen zu halten, wie wenig fehlt, um das Fass zum sprichwörtlichen Überlaufen zu bringen, da es eine "na dann ist es eh schon Wurscht" Mentalität hervorrufen und alles nur schlimmer machen würde. Doch diese Ignoranz teilt Critics.at nicht. Die Macht geht immer noch vom Volk aus, nicht von den Politikern und Wirtschaftsbossen; wenn wir nicht handeln, werden wir niemanden sonst verantwortlich machen können.


Asrael; Chefredakteur, Critics.at

last time modified: July 15, 2011, 4:30 a.m.

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